Nintendo plant Switch-2-Produktion weit über eigener Absatzprognose
Laut Bloomberg orderte Nintendo rund 20 Millionen Einheiten – 20% mehr als die öffentliche Prognose von 16,5 Millionen.

Nintendo hat seine Zulieferer und Fertigungspartner angewiesen, im laufenden Geschäftsjahr (bis März) rund 20 Millionen Switch-2-Konsolen zu montieren. Das berichtete Bloomberg News am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise. Die interne Produktionsvorgabe liegt damit etwa 20 Prozent über der öffentlichen Absatzprognose des japanischen Gaming-Konzerns.
Erst Anfang des Monats hatte Nintendo offiziell einen Absatz von 16,5 Millionen Switch-2-Einheiten für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert. Die nun bekannt gewordene höhere Produktionsplanung deutet darauf hin, dass der Konzern intern deutlich optimistischer ist, als nach außen kommuniziert wird.
Starke Nachfrage seit dem Konsolen-Debüt
Laut dem Bloomberg-Bericht steht das aktuelle Produktionsziel unter dem Vorbehalt von Anpassungen je nach Nachfrage. Es signalisiere jedoch Vertrauen in das kommende Software-Angebot des Unternehmens sowie in die anhaltende Dynamik der Switch-2-Konsole. Seit dem Debüt der Konsole im Juni verzeichnet Nintendo eine starke Nachfrage.
Besonders eindrucksvoll sind die Verkaufszahlen in Japan: Laut von Bloomberg zitierten Famitsu-Daten haben sich die Verkäufe in den zwei Wochen bis zum 10. Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfacht. Diese Zahlen unterstreichen, wie groß das Interesse der Verbraucher an der neuen Konsolengeneration ist.
Preiserhöhung ab September angekündigt
Parallel zur starken Nachfrage kündigte Nintendo an, die Preise für die Switch 2 weltweit im September anzuheben. Der Preis soll von 450 US-Dollar auf 500 US-Dollar steigen. Als Begründung nannte das Unternehmen steigende Komponentenkosten, darunter insbesondere die Preise für Speicherchips.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür deutsche und europäische Verbraucher ist diese Entwicklung relevant, da Preisanpassungen in der Regel auch den europäischen Markt betreffen. Die Kombination aus hoher Nachfrage und steigenden Produktionskosten stellt Nintendo vor die Herausforderung, Verfügbarkeit und Marge gleichzeitig zu sichern.
Die Strategie, intern mehr Einheiten zu produzieren als öffentlich prognostiziert, ist in der Konsolenindustrie nicht ungewöhnlich. Hersteller puffern häufig Produktionskapazitäten, um auf unerwartete Nachfragespitzen reagieren zu können – ohne dabei Erwartungen zu wecken, die möglicherweise nicht erfüllt werden. Nintendo scheint mit der Switch 2 auf einen ähnlich erfolgreichen Verlauf wie mit der ursprünglichen Switch zu setzen, die sich seit ihrem Launch 2017 zu einer der meistverkauften Konsolen aller Zeiten entwickelt hat.


