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Nikkei erholt sich nach historischem Einbruch

Yen-Verluste und US-Marktreaktionen stabilisieren asiatische Aktien

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Nikkei erholt sich nach historischem Einbruch

Anleger in Japan erleben ein historisches Auf und Ab. Nach den starken Verlusten zu Beginn der Woche verzeichnen besonders die Aktien von Exportkonzernen wie Toyota und DMG Mori einen deutlichen Anstieg. Der japanische Aktienmarkt konnte am Dienstagmorgen einen Teil der historischen Verluste vom Montag wieder wettmachen. Der Nikkei-225-Index, der am Vortag um mehr als zwölf Prozent eingebrochen war, legte im frühen Handel mehr als acht Prozent zu und ging mit 34.416 Punkten in die Mittagspause.

Auch der südkoreanische Kospi stieg nach einem Vortagsverlust von 8,8 Prozent wieder um drei Prozent. Der singapurische Straits-Times-Index hingegen, der am Montag bereits 4,4 Prozent verloren hatte, sank am Dienstagmorgen leicht. Der Hongkonger Hangseng-Index und der Shanghai Composite Index blieben auf Vortagsniveau. Die Kehrtwende wurde durch die Reaktion des US-Marktes auf die Verluste in Asien ausgelöst. Obwohl Aktienverkäufe der US-Anleger zum größten Tagesverlust des Dow-Jones-Index seit zwei Jahren führten, litten insbesondere Aktien aus dem Technologiesektor. Die Einbußen beim Leitindex mit 2,6 Prozent blieben jedoch weit unter denen in Asien.

Zudem linderte der amerikanische Business Sentiment Index für die Dienstleistungsbranche des Institute for Supply Management (ISM) die jüngsten Ängste vor einer Rezession in den USA, die vergangene Woche die Panikverkäufe ausgelöst hatten. Der Index stieg von Juni bis Juli von 48,8 auf 51,4 Punkte. Ein Wert von über 50 deutet auf Wachstum hin. Am Devisenmarkt zeigte sich ebenfalls eine Kehrtwende. Der Yen, der seit Juli gegenüber dem Dollar 12,4 Prozent an Wert gewonnen hatte, verlor wieder an Wert. Kurz nach Handelsbeginn der Tokioter Börse lag der Kurs bei 146 Yen je Dollar.

Diese Entwicklung half den Aktien in Japan. Der rapide Wertgewinn des Yen seit Juli hatte den Ausverkauf japanischer Aktien beschleunigt, da viele japanische Unternehmen ihre Gewinne im Ausland machen. Je stärker der Yen, desto geringer die Gewinne aus den Auslandsgeschäften. Mit der leichten Erholung des Yen verbesserte sich die Lage. Daniel Hurley, Portfolio-Spezialist bei T. Rowe Price in London, hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Unternehmen im Topix-Index der Tokioter Börse analysiert. Vor der Korrektur seien die Unternehmen mit dem 16,5-Fachen ihres erwarteten Gewinns beurteilt worden, ein hoher Wert.

Dieser Wert hat sich nun geändert, denn der Topix wird nur noch mit dem 12- bis 12,2-fachen Kurs-Gewinn-Verhältnisses gehandelt. Der langfristige Durchschnitt liegt bei dem 14-Fachen. Vor allem die großen Exportunternehmen profitierten von dieser Entwicklung. Bis zum Montag hatte beispielsweise der weltgrößte Autobauer Toyota ein Drittel seines Werts eingebüßt. Am Dienstag legte die Aktie im Vormittagshandel wieder um mehr als elf Prozent zu. Die Aktie des japanisch-deutschen Maschinenbauers DMG Mori stieg zeitweise um 18,5 Prozent, der Chiphersteller Renesas um mehr als 17 Prozent und Tokyo Electron, einer der größten Hersteller von Produktionsanlagen für Halbleiter, um mehr als 16 Prozent.

Allerdings ist noch unklar, auf welchem Stand sich die Devisen- und Aktienmärkte einpendeln werden. Hurley hält es für möglich, dass der Yen weiter steigt. Ein wichtiger Faktor für die künftige Yen-Entwicklung ist die Reaktion der japanischen Notenbank. Die Bank of Japan hatte vergangene Woche überraschend die Zinsen von null bis 0,1 auf 0,25 Prozent angehoben. Gleichzeitig deutete die US-Notenbank Zinssenkungen zur Stützung der schwächelnden Konjunktur an. Dies könnte die Zinsspanne zwischen Japan und den USA verringern und die japanische Währung stärken.

Ein rapider Anstieg des Yen könnte weltweit die Yen-Carry-Trades beeinflussen. Bei dieser Strategie leihen sich Anleger billig Geld in Japan und investieren es in anderen Ländern oder Vermögenswerten, die höhere Renditen versprechen. Die genaue Höhe der Carry-Trades ist unbekannt, aber sie ist enorm. Ein rasanter Anstieg des Yen erhöht den Druck auf die Anleger, Aktien zu verkaufen, um sich gegen hohe Wechselkursverluste zu schützen.

AsienBörseNikkeiYen

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