ANZEIGE

Nike in China: Warum der Umsatz um 30 Prozent einbrach

Einst Chinas Sneaker-König, kämpft Nike nun mit acht Quartalen Umsatzrückgang – lokale Konkurrenz und fehlende Lokalisierung sind die Hauptgründe.

•• 4 Min
Nike in China: Warum der Umsatz um 30 Prozent einbrach

Nike steckt in China in einer tiefen Krise. Der Umsatz ist acht Quartale in Folge gegenüber dem Vorjahr gesunken, und das Gesamtgeschäft ist seit 2021 um 30 Prozent geschrumpft. Der Jahresumsatz erreichte Ende Mai seinen niedrigsten Stand seit acht Jahren – ein dramatischer Absturz für eine Marke, die einst als Wachstumsmotor in der Region galt.

Dabei müsste das Umfeld eigentlich ideal sein. Der gesamte Sportbekleidungsmarkt in China ist laut GlobalData in den letzten fünf Jahren um 51 Prozent gewachsen, angetrieben durch einen neuen gesellschaftlichen Fokus auf Gesundheit und Fitness. Sportartikel sind die am schnellsten wachsende Konsumgüterkategorie im Land. Doch statt von dieser Entwicklung zu profitieren, verliert Nike Marktanteile.

China war einst die am schnellsten wachsende Region von Nike und wurde von Investoren wegen hoher Margen und nachhaltigem Wachstumspotenzial geschätzt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021 erreichte der Jahresumsatz in China ein Allzeithoch von 8,29 Milliarden US-Dollar. Heute ist China der kleinste Markt des Unternehmens und hat sich zu einer Belastung für den globalen Turnaround entwickelt.

Der Wendepunkt: Xinjiang-Kontroverse und „China Chic"

Im März 2021 tauchte eine frühere Erklärung von Nike wieder auf, in der sich das Unternehmen „besorgt" über Berichte über Zwangsarbeit in der Region Xinjiang geäußert hatte. Dies löste einen landesweiten Boykottaufruf aus. Chinesische Verbraucher posteten Videos, in denen sie ihre Sneaker verbrannten. Der beliebte Schauspieler Wang Yibo beendete seinen Repräsentationsvertrag mit Nike.

Einheimische Konkurrenten wie Anta und Li-Ning nutzten den Konflikt als nationalistische Marketingchance und setzten verstärkt auf Baumwolle aus Xinjiang. Die Kontroverse befeuerte eine politische Kampagne, die Präsident Xi Jinping unter dem Namen Guochao – auf Englisch „China Chic" – gestartet hatte. Ziel war es, den Stolz auf in China hergestellte und entworfene Produkte zu stärken und einheimische Marken gegenüber internationalen zu fördern.

Tracy Dai, Operations Director beim Beratungsunternehmen China Skinny, erklärte gegenüber CNBC, dass sich viele jüngere Verbraucher heute stärker mit einheimischen Marken wie Anta und Li-Ning verbunden fühlen als mit ausländischen Premiummarken wie Nike. Ein Nike-Sprecher räumte ein, dass alle Marken in China einem intensiven Wettbewerb und einem „anspruchsvolleren Konsumklima" gegenüberstünden.

Lokalisierung als entscheidender Wettbewerbsnachteil

Jenseits des Nationalismus geht es beim Rückgang auch um das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die einheimischen Marken haben sich in den Bereichen Produktion, Marketing und Markenbildung stark verbessert. Gleichzeitig sind chinesische Verbraucher praktischer und selektiver geworden und priorisieren Wert und Innovation vor dem Markennamen, so Wei Kan, der rund 15 Jahre bei Nike und Converse in China und Taiwan tätig war, bevor er seine eigene Markenberatung Conduit Asia gründete.

Ein zentrales Problem ist die fehlende lokale Autonomie. Das Team in Greater China hat nur begrenzte Entscheidungsfreiheit, um Produkte und Kampagnen schnell ohne Aufsicht der Konzernzentrale in Portland zu veröffentlichen. Cathy Sparks, die neue Vizepräsidentin und Geschäftsführerin für Greater China, bezeichnete diese Charakterisierung als „nicht unangebracht", betonte aber, dass „niemand diese Arbeit kontrolliert und uns Ja oder Nein sagt".

Der Kontrast zu Adidas zeigt, wie es besser gehen kann. Adidas hatte ebenfalls eine dramatische Verlangsamung in China erlebt, wächst aber nun wieder. Das lokale Team entwarf zur Feier des chinesischen Neujahrsfestes eine „Chinese Track Top"-Jacke, die innerhalb von 27 Minuten ausverkauft war und zum globalen Phänomen wurde. In sozialen Medien berichteten Nutzer, sie seien eigens nach China geflogen, um das Stück zu kaufen. Der Markenumsatz von Adidas in China stieg im Geschäftsjahr 2025 um 13 Prozent. Lululemon verzeichnete im gleichen Zeitraum sogar ein Wachstum von 20 Prozent beim vergleichbaren Umsatz in China.

Nikes Gegenmaßnahmen und ihre Risiken

Nike hat erste Schritte eingeleitet. Sparks gab bekannt, dass das Unternehmen seinen ersten Vizepräsidenten für lokale Produktentwicklung in Greater China eingestellt hat. Geplant sind zwei Lifestyle-Kapselkollektionen – eine für Nike Sportswear und eine für Jordan Streetwear –, die rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertig sein sollen.

Gleichzeitig überarbeitet Nike sein Vertriebsmodell. Während der Covid-19-Pandemie hatte das Unternehmen stationären Händlern erlaubt, online zu verkaufen, obwohl deren Verträge keine digitalen Kanäle umfassten. Diese Online-Shops sollen nun geschlossen werden. Laurent Vasilescu, Aktienanalyst bei BNP Paribas, schätzt jedoch, dass diese Änderung den Umsatz um bis zu 1 Milliarde US-Dollar jährlich verringern könnte – rund 17 Prozent des Gesamtumsatzes in der Region.

Sparks räumte ein, dass durch die Änderung zwangsläufig ein Teil des Vertriebs wegfalle, zeigte sich aber überzeugt: „Wir glauben, dass wir den Gesamtwert durch Vollpreisverkäufe und ein hochwertigeres Erlebnis ersetzen können." Der scheidende Finanzvorstand Matt Friend konnte während der jüngsten Quartalstelefonkonferenz nicht sagen, wann das China-Geschäft zum Wachstum zurückkehren wird. Er erklärte lediglich, dass die Umsatztrends kurzfristig „im Einklang" mit der jüngsten Performance stehen werden.

Nike ChinaNike UmsatzrückgangChina Chic GuochaoAnta Li-NingNike AktieSportartikel ChinaNike Lokalisierung

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.