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Nike-Aktie steigt trotz enttäuschender Prognose – die Gründe

Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen, doch das Management dämpft die kurzfristigen Aussichten für die nächsten sechs Monate.

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Nike-Aktie steigt trotz enttäuschender Prognose – die Gründe

Die Nike-Aktie (NKE) legte nach den Quartalszahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um rund 2,4 Prozent zu – obwohl das Management die kurzfristige Prognose senkte und für die nächsten sechs Monate keine nennenswerten Fortschritte erwartet. Der Grund für den Kursanstieg liegt in einer Kombination aus besser als erwarteten Ergebnissen und der Hoffnung auf eine langfristige Erholung des angeschlagenen Sportartikelriesen.

Nike kämpft seit Jahren mit einer Reihe schwerer Fehlentscheidungen. Das Unternehmen beendete wichtige Großhandelspartnerschaften, verlor an Innovationskraft und war schlecht auf externe Schocks wie hohe Inflation und steigende Zölle vorbereitet. Inzwischen hat Nike einen neuen CEO ernannt und einen Sanierungsplan aufgelegt – der rasante Abstieg scheint gestoppt worden zu sein.

Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende: 31. Mai) übertrafen sowohl Umsatz als auch Gewinn die Analystenerwartungen. Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

  • Der Gesamtumsatz sank um 1 % im Vergleich zum Vorjahr
  • Das Großhandelsgeschäft wuchs um 4 %
  • Das Direktkundengeschäft (Direct-to-Consumer) ging um 7 % zurück
  • Die Bruttomarge weitete sich um 8,9 Prozentpunkte auf 49,2 % aus
  • Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg von 0,14 US-Dollar im Vorjahr auf 0,72 US-Dollar

Besonders der sprunghafte Anstieg der Bruttomarge und der deutlich verbesserte Gewinn je Aktie sorgten für positive Überraschungen. Allerdings kam die sich aufbauende Dynamik im Quartalsverlauf mit dem Beginn des Iran-Krieges und dem damit verbundenen Ölpreisanstieg zum Erliegen. Das Management musste Aufträge umstrukturieren und zu hohe Lagerbestände blockieren, um spätere Preisabschläge zu vermeiden.

China schwächelt, Nordamerika erholt sich

Ein besonders schwieriges Pflaster bleibt China: Der Umsatz in der Region brach im Gesamtjahr um 17 % ein. CEO Elliott Hill kündigte einen „umfassenden Reset" für China an und betonte, dass Nike in die Offensive gehe und verstärkt mit lokalen Partnern zusammenarbeite.

Erfreulicher sieht es in anderen Bereichen aus. Der Umsatz mit Performance-Produkten wuchs im Gesamtjahr im mittleren einstelligen Bereich. Besonders hervorzuheben ist das Segment Nike Running, das das fünfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum verzeichnete. Nordamerika zeigt Anzeichen einer Erholung, und das Großhandelsgeschäft wuchs im Gesamtjahr zweistellig.

Attraktive Bewertung lockt Value-Investoren

Trotz der trüben kurzfristigen Aussichten rückt die Bewertung der Nike-Aktie in den Fokus. Nach dem Kurseinbruch infolge der Quartalszahlen fiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) unter 20 – ein Niveau, das für einen globalen Markenkonzern wie Nike historisch günstig erscheint. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von aktuell 3,8 %, die einkommensorientierte Anleger anspricht.

Value-Investoren könnten in der aktuellen Schwäche eine Einstiegsgelegenheit sehen. Langfristig orientierte Anleger setzen möglicherweise darauf, dass der Sanierungsplan von CEO Elliott Hill Früchte trägt und Nike im weiteren Jahresverlauf eine stärkere Erholung zeigt. Kurzfristig bleibt das Umfeld jedoch herausfordernd – schleppende Umsätze sind für die nächsten sechs Monate eingepreist.

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