Niederlande gewähren Tennet milliardenschwere Kredite
Scheitern der Verkaufsverhandlungen zwingt zu neuen Investitionsstrategien

Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet Holding BV erhält von der niederländischen Regierung ein neues Darlehen in Höhe von 19 Milliarden Euro, um seinen Kapitalbedarf zu decken. Dies geschieht im Anschluss an gescheiterte Verkaufsverhandlungen des deutschen Netzsegments mit der Bundesregierung. Die Gespräche, die über ein Jahr lang geführt wurden, endeten im Juni ohne Einigung. Der Hauptgrund für das Scheitern war die angespannte Haushaltslage in Deutschland, die eine Investition in Tennet erschwerte.
Um die steigende Stromnachfrage von Haushalten und Unternehmen zu decken, plant die niederländische Regierung, Tennet ein zusätzliches Überbrückungsdarlehen in Höhe von 2 Milliarden Euro für 2025 und 17 Milliarden Euro für 2026 zur Verfügung zu stellen. Diese Unterstützung wurde am Dienstag im Rahmen eines Haushaltstags der niederländischen Regierung bekannt gegeben. Die Regierung betont, dass es wichtig sei, zeitnahe Lösungen zu finden, um die Anforderungen an die Energieinfrastruktur zu erfüllen.
In ihrem Schreiben an das Parlament äußerten der Finanzminister Eelco Heinen und die Klimaministerin Sophie Hermans die Überlegung, private Investoren in die Finanzierung einzubeziehen. Eine Beteiligung privater Investoren wird als die beste Möglichkeit angesehen, um den Kapitalbedarf von Tennet strukturell zu lösen. Dazu könnten entweder Anteile privat verkauft oder ein Börsengang ins Auge gefasst werden. Derzeit prüft Tennet diese Optionen, und das Unternehmen hat bereits Investmentbanken eingeladen, sich um einen möglichen Börsengang der deutschen Geschäfte zu bewerben.
Parallel dazu führt Tennet Gespräche mit verschiedenen Pensionsfonds und Infrastrukturinvestoren aus Kanada, Australien und anderen Ländern. Die niederländische Regierung setzt auf diese Maßnahmen, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern und gleichzeitig den Ausbau der Stromnetze voranzutreiben.
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Zur AktienanalyseDie Bundesregierung hatte ursprünglich einen Ankauf des deutschen Netzsegments favorisiert, um mehr Einfluss auf die Netze zu gewinnen und deren Ausbau zu beschleunigen. Das Ende der Gespräche wird von Beobachtern als Misserfolg der Regierung interpretiert. Für den Erwerb von Tennet hätte die KfW mehr als 20 Milliarden Euro aufbringen müssen, eine Ausgabe, die Finanzminister Lindner angesichts der angespannten Haushaltslage und der bevorstehenden Bundestagswahl im nächsten Jahr ablehnte. Die Verhandlungen über den Verkauf hatten bereits unter der Vorgängerregierung begonnen.


