Niederlande blockieren US-Übernahme von Cloud-Anbieter Solvinity
Die niederländische Regierung stoppt den Kauf von Solvinity durch den US-Konzern Kyndryl wegen nationaler Sicherheitsbedenken.

Die Niederlande haben die geplante Übernahme des niederländischen Cloud-Dienstleisters Solvinity Group BV durch das US-Unternehmen Kyndryl untersagt. Die zuständige Ministerin für digitale Wirtschaft, Willemijn Aerdts, teilte dies am Dienstag in einem Schreiben an das Parlament mit. Die Transaktion stand kurz vor ihrem Abschluss, als die Regierung eingriff.
Als Begründung nannte Ministerin Aerdts Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem öffentlichen Interesse. „Die geplante Übernahme von Solvinity könnte ein Risiko für das öffentliche Interesse darstellen", erklärte sie in ihrem Parlamentsschreiben. Sie kündigte daraufhin ein „vollständiges Verbot dieser Akquisition" an.
Sicherheitsbedenken bei Cloud-Infrastruktur
Solvinity ist ein Anbieter von Cloud-Diensten in den Niederlanden und betreut nach eigenen Angaben unter anderem Kunden aus dem öffentlichen Sektor. Genau dieser Umstand dürfte im Mittelpunkt der behördlichen Bedenken stehen, auch wenn die Ministerin keine weiteren Details zu den konkreten Sicherheitsrisiken nannte.
Der potenzielle Käufer Kyndryl ist ein US-amerikanisches IT-Infrastrukturunternehmen, das 2021 aus dem IBM-Konzern ausgegliedert wurde. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Anbietern von IT-Infrastrukturdienstleistungen und ist in zahlreichen Ländern aktiv.
Wachsender Trend zur Kontrolle ausländischer Übernahmen
Der Fall Solvinity reiht sich in einen wachsenden europäischen Trend ein, ausländische – insbesondere amerikanische und chinesische – Übernahmen kritischer digitaler Infrastruktur kritisch zu prüfen oder zu blockieren. Viele EU-Mitgliedstaaten haben in den vergangenen Jahren ihre Instrumente zur Investitionskontrolle ausgebaut, um sensible Bereiche wie Telekommunikation, Energie und Cloud-Infrastruktur zu schützen.
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Zur AktienanalyseDie Niederlande verfügen seit 2023 über ein erweitertes Gesetz zur Überprüfung ausländischer Direktinvestitionen, das der Regierung ermöglicht, Transaktionen in sicherheitsrelevanten Sektoren zu untersagen. Der Einsatz dieses Instruments gegen einen US-amerikanischen Käufer ist jedoch bemerkenswert und unterstreicht, dass Sicherheitsbedenken unabhängig von der Herkunft des Investors gelten.
Für Kyndryl bedeutet das Verbot einen empfindlichen Rückschlag bei der geplanten Expansion in den niederländischen Markt. Ob das Unternehmen rechtliche Schritte gegen die Entscheidung einleiten wird, ist bislang nicht bekannt. Solvinity selbst muss nun nach alternativen Wegen suchen, um seine strategische Entwicklung voranzutreiben.


