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Nicaraguas Wahlverbot könnte US-Kaffeepreise weiter in die Höhe treiben

Mögliche US-Sanktionen gegen Nicaragua nach Ortegas Wahlverbot bedrohen den bereits angespannten amerikanischen Kaffeemarkt.

Nicaraguas Wahlverbot könnte US-Kaffeepreise weiter in die Höhe treiben

US-Kaffeetrinker zahlen bereits die höchsten Preise seit einem Jahrzehnt – und könnten bald noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Hintergrund ist der Schritt des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega, Wahlen in dem zentralamerikanischen Land zu verbieten. Händler und Analysten warnen nun vor möglichen Handelssanktionen Washingtons, die den ohnehin angespannten Kaffeemarkt weiter belasten würden.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, Nicaragua solle nach Ortegas Ankündigung kein „Business as usual" mit Washington erwarten. Ortega hatte am Montag verkündet, das Land werde keine Wahlen mehr abhalten. Rubio reagierte am Dienstag mit einer klaren Warnung in Richtung Managua.

Kaffee ist eines der wichtigsten Exportgüter Nicaraguas. Die USA sind dabei der mit Abstand größte Abnehmer: Laut dem US-Landwirtschaftsministerium kaufen die Vereinigten Staaten 35 Prozent des gesamten von Nicaragua exportierten Kaffees. Insgesamt nimmt Nicaragua jährlich eine halbe Milliarde US-Dollar durch seine Kaffeeexporte in alle Länder ein.

Händler und Analysten schlagen Alarm

„Es würde mich nicht überraschen", sagte Mike Nugent, ein leitender US-Kaffeehändler und Berater, auf die Frage, ob die US-Regierung den Kaffeekauf aus Nicaragua einschränken oder den Handel mit hohen Zöllen belegen könnte. Auch Marc Schonland, Kaffeeanalyst und Berater für mehrere US-Kaffeeunternehmen, sieht ein klares Risiko: „Sollten sich die USA zu einem Eingreifen entschließen, besteht das Risiko, dass Nicaragua zum Ziel künftiger Handelssanktionen wird."

Die Einzelhandelspreise für Kaffee in den USA befinden sich laut dem US Bureau of Labor Statistics weiterhin nahe dem höchsten Stand seit mindestens 2016. Im Juni lagen sie im Durchschnitt bei 9,45 US-Dollar pro Pfund. Der Markt war in den letzten vier Jahren bereits anhaltend angespannt, da einige der größten US-Zulieferer Produktionsausfälle verzeichneten – ein Problem, das durch die Zölle von Präsident Donald Trump zusätzlich verschärft wurde.

Ein Verbot oder eine starke US-Beschränkung von nicaraguanischem Kaffee würde gleich mehrere Seiten treffen: Zum einen würden Kleinbauern in Nicaragua und die Wirtschaft des Landes erheblichen Schaden nehmen. Zum anderen würde der US-Kaffeemarkt unter zusätzlichen Druck geraten. Soft-Commodities-Analystin Judith Ganes zeigte sich jedoch vorsichtig optimistisch: „Die Belange der Kaffeebranche und der wirtschaftliche Preis, den dies fordern würde, werden sicherlich berücksichtigt werden."

Lobbyarbeit der Kaffeebranche zeigt Wirkung

Die National Coffee Association, der Branchenverband der US-Kaffeeunternehmen, betreibt aktiv Lobbyarbeit, um Kaffee von Handelsbeschränkungen auszunehmen. Zuletzt gelang es dem Verband, die Regierung davon zu überzeugen, Instantkaffee in eine Liste von Zollbefreiungen aufzunehmen – zusätzlich zu den bereits enthaltenen Rohkaffeebohnen.

Das Thema hat auch eine innenpolitische Dimension: Da zwei Drittel der Amerikaner angeben, täglich Kaffee zu trinken, beobachten Republikaner das Thema aufmerksam. Die Partei ist besorgt über steigende Lebenshaltungskosten im Vorfeld der Zwischenwahlen, bei denen sie ihre knappe Mehrheit im Kongress verteidigen will.

Nicaraguas linker Staatschef Ortega hat die Opposition in den letzten Jahren systematisch eingeschränkt. Im vergangenen Jahr änderte er die Verfassung, um ein Einparteiensystem zu etablieren – ein Schritt, der die Spannungen mit Washington nun auf eine neue Eskalationsstufe hebt.

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