NFL plant neun internationale Spiele für 2026 – Expansion schreitet voran
Paris, Melbourne und Rio de Janeiro werden erstmals Gastgeber für NFL-Spiele der regulären Saison.

Die National Football League (NFL) setzt ihre internationale Expansion fort und plant für die Saison 2026 insgesamt neun Spiele außerhalb der USA – ein neuer Rekord. Zum ersten Mal werden Paris, Melbourne und Rio de Janeiro Austragungsorte für Spiele der regulären Saison sein. Die Ankündigung erfolgte wenige Tage vor dem Super Bowl am 8. Februar.
Die Zahl der Auslandsspiele steigt damit um zwei gegenüber der Saison 2025. Was 2007 mit einem einzelnen Spiel im Londoner Wembley-Stadion begann, hat sich zu einer festen Säule der Liga-Strategie entwickelt. Damals waren viele Team-Eigentümer noch skeptisch, auf lukrative Heimspiel-Einnahmen zu verzichten, um in einem vom europäischen Fußball dominierten Markt zu spielen.
Fast zwei Jahrzehnte später diskutiert die Liga bereits über eine Verlängerung der Saison, um noch mehr internationale Begegnungen zu ermöglichen. Alle 32 NFL-Teams haben mittlerweile mindestens ein Spiel außerhalb der Vereinigten Staaten absolviert.
Globales Vermarktungsprogramm zeigt Wirkung
Seit Januar 2022 läuft das Global Markets Program der NFL, das den Clubs internationale Vermarktungsrechte gewährt. Die Teams können dadurch gezielt Markenbekanntheit aufbauen und kommerzielle Partnerschaften in ausgewählten Ländern entwickeln. Die Rechtevergabe erfolgt häufig nach geografischen, kulturellen oder historischen Verbindungen.
Die Arizona Cardinals besitzen beispielsweise Rechte im benachbarten Mexiko. Die Miami Dolphins, unterstützt von einer großen hispanischen und lateinamerikanischen Community, haben Rechte in Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Spanien. Die Pittsburgh Steelers erhielten 2023 Rechte für Irland, wo die Eigentümerfamilie Rooney ihre Wurzeln hat.
Die Familie Rooney führt ihre Abstammung auf irische Vorfahren zurück, die in den 1840er Jahren auswanderten und sich schließlich in Pittsburgh niederließen. Art Rooney gründete das Team 1933. Die Verbindungen blieben durch Wohltätigkeit und kulturelle Kontakte stark – Dan Rooney, Sohn des Gründers, war 2009 sogar US-Botschafter in Irland.
Millionen-Investition zahlt sich aus
Die irische Regierung sieht in der Beziehung zur Familie Rooney eine wirtschaftliche Chance. Für die Ausrichtung eines NFL-Spiels sagte sie 10 Millionen Euro (11,9 Millionen Dollar) an öffentlichen Mitteln zu – je zur Hälfte als Lizenzgebühr an die NFL sowie für Transport, Sicherheit und Stadionvorbereitungen.
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Zur AktienanalyseLaut Fáilte Ireland, der nationalen Tourismusbehörde, generierte die Veranstaltung jedoch eine geschätzte zusätzliche Wirtschaftsleistung von 64 Millionen Euro. Eine Investition, die sich damit mehr als sechsfach auszahlte.
Andere Ligen ziehen nach
Mit den wachsenden internationalen Ambitionen der NFL steigen auch die Expansionspläne anderer großer US-Sportligen. Die NBA hat bereits mehrere Spiele der regulären Saison außerhalb der Vereinigten Staaten ausgetragen. Auch im Fußball fanden 2025 vermehrt Pflichtspiele außerhalb der heimischen Märkte statt. Sollten die finanziellen Erträge weiterhin auf hohem Niveau bleiben, dürfte dieser Trend sich fortsetzen.


