ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

New Yorks Büromarkt boomt trotz Sorgen um Unternehmensexodus

Unter Bürgermeister Mamdani steigen Manhattans Büromieten, während KI-Firmen den Markt antreiben und Unternehmen abwägen.

New Yorks Büromarkt boomt trotz Sorgen um Unternehmensexodus

Trotz politischer Unsicherheit und Debatten über Steuererhöhungen zeigt New Yorks Büroimmobilienmarkt im ersten Quartal unter dem neuen Bürgermeister Zohran Mamdani überraschende Stärke. Daten des Gewerbeimmobilienunternehmens JLL belegen steigende Mieten, sinkende Leerstände und eine robuste Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen in Manhattan.

Seit seinem Amtsantritt steht Mamdani, ein demokratischer Sozialist, unter Beobachtung der Wirtschaft. Seine erklärte Haushaltsstrategie zur Deckung eines Defizits von 5,4 Milliarden US-Dollar lautet schlicht: „Die Reichen besteuern." Dies hat zu einem politischen Stillstand mit der Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, geführt, die Steuererhöhungen für Unternehmen und Wohlhabende mit Blick auf ihre eigene Wiederwahl ablehnt.

Starke Zahlen trotz politischer Debatte

Die Marktdaten von JLL für das erste Quartal 2025 zeichnen ein klares Bild: Das Vermietungsvolumen für hochwertige Büroflächen erreichte 8,5 Millionen Quadratfuß. Die Leerstandsquote sank um 2,2 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent. Die Mieten stiegen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent. Dabei unterzeichnen Unternehmen weiterhin Mietverträge und konkurrieren aktiv um erstklassige Flächen in Topgebäuden.

Zu den bemerkenswertesten Abschlüssen zählen langfristige Verpflichtungen großer Finanzinstitute. American Express gab im Februar bekannt, einen neuen Hauptsitz in Lower Manhattan zu bauen. Die Bank of America unterzeichnete im März eine 20-jährige Verpflichtung für ihre Büroflächen in New York City – ein klares Signal des Vertrauens in den Standort.

KI-Boom als entscheidender Treiber

Ein wesentlicher Faktor hinter der Marktstärke ist der Boom der Künstlichen Intelligenz. Laut JLL machte die Vermietungsaktivität von KI-Unternehmen im ersten Quartal etwa die Hälfte des gesamten Vermietungsvolumens von 2025 aus. JLL beschrieb den Ansturm als geprägt von Firmen, die darum wetteifern, sich „Flächen zu sichern".

Zu den größten KI-Abschlüssen gehörte der Mietvertrag von Nscale Global Holdings im One Vanderbilt – mit einer Miete von 320 US-Dollar pro Quadratfuß die höchste jemals in New York verzeichnete. Das Rechtsdienstleistungs-KI-Unternehmen Harvey unterzeichnete zudem eine Erweiterung um 92.000 Quadratfuß in der One Madison Avenue.

Allerdings warnt JLL vor Risiken: KI-Firmen mieten deutlich mehr Fläche, als ihr aktueller Personalbestand erfordert, und bestehen auf flexiblen Mietstrukturen mit integrierten Anpassungsmechanismen. Ein Marktbeobachter verglich den Trend mit dem Dotcom-Boom – mit dem Hinweis, dass sich die Aktivität diesmal auf erstklassige Gebäude in Spitzenlagen konzentriert, was den Class-A-Markt auf neue Höchststände treibt.

Längerfristiger Trend bleibt ein Risiko

Parallel zum starken Büromarkt in Manhattan setzt sich ein struktureller Trend fort: Kostengünstigere Regionen wie der Süden der USA ziehen zunehmend Unternehmen und Arbeitnehmer an. Finanzunternehmen gehören zu den großen Konzernen, die von beiden US-Küsten nach Texas und Florida expandieren.

Beispiele dafür gibt es viele: JPMorgan beschäftigt in seinen Büros in Dallas mehr Mitarbeiter als in New York City. Cathie Woods ARK Investment Management zog von New York City nach St. Petersburg, Florida. Wells Fargo verlegt den Hauptsitz seiner Vermögensverwaltung von San Francisco nach West Palm Beach. Hedgefonds-Riese Citadel verlegte seinen Hauptsitz bereits 2022 von Chicago nach Miami. Zuletzt sorgte der Bericht für Aufsehen, dass Private-Equity-Gigant Apollo Global Management einen zweiten Hauptsitz in einem südlichen US-Bundesstaat wie Florida oder Texas erwägt.

Experten warnen, dass jede Entscheidung eines großen Konzerns, New York zu verlassen, spürbare Folgen für die Stadtökonomie haben kann – darunter höhere Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen. Für den Büroimmobilienmarkt selbst bedeuten höhere Leerstände und geringeres Mietwachstum Druck auf die Geschäfte der Gewerbeimmobilienunternehmen. Trotz der aktuell positiven Zahlen bezeichnete JLL die allgemeine Marktnachfrage als lediglich „stabil" und die Entwicklungsaktivität als „maßvoll" – eine Einschätzung, die zur Vorsicht mahnt.

Die politischen Entscheidungen der kommenden Monate dürften darüber entscheiden, ob New York City künftiges Wachstum generiert oder schrittweise weiter an Boden verliert.

New York BüroimmobilienZohran MamdaniManhattan BüromietenKi-Boom ImmobilienUnternehmensexodus New YorkJll GewerbeimmobilienApollo Global Management

Disclaimer