ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

New-Glenn-Explosion bei Blue Origin: Was bedeutet das für SpaceX?

Nach der Explosion der New-Glenn-Rakete stehen Blue Origins Mondpläne auf dem Spiel – und SpaceX könnte profitieren.

New-Glenn-Explosion bei Blue Origin: Was bedeutet das für SpaceX?

Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, erlebte innerhalb weniger Tage einen dramatischen Absturz vom Höhepunkt zum Tiefpunkt. Noch kurz zuvor hatte die NASA dem Unternehmen gleich mehrere bedeutende Mondmissionen zugesprochen – dann explodierte die wichtigste Rakete des Unternehmens bei einem Triebwerkstest in Florida.

Die Ausgangslage war für Blue Origin kaum besser hätte sein können. Die NASA hatte angekündigt, dass Blue Origin im Rahmen des Artemis-Programms nicht nur einen, sondern zwei separate Flüge seiner unbemannten Mondlandefähre Blue Moon Mark 1 (MK1) durchführen würde, um Mondrover abzusetzen. Zusätzlich erhielt das Unternehmen den Zuschlag für die Mission Moon Base I – den ersten Schritt zum Bau einer Mondbasis auf dem Shackleton Connecting Ridge am Mondsüdpol. Bereits im September zuvor hatte Blue Origin einen weiteren MK1-Vertrag im Wert von 190 Millionen US-Dollar erhalten, um 2027 den NASA-Rover VIPER (Volatiles Investigating Polar Exploration Rover) auf dem Mond abzusetzen. Damit hielt Blue Origin insgesamt vier MK1-Mondlandeverträge in den Händen.

Der finanzielle Rahmen dieser Verträge ist beeindruckend: Die NASA bezifferte die beiden Rover-Liefermissionen auf 188 Millionen US-Dollar, mit einer Option auf weitere Missionen im Wert von 280,4 Millionen US-Dollar. Für die Mission Moon Base I wurde kein spezifischer Preis genannt. Noch bedeutsamer ist jedoch, dass das gesamte Mondbasis-Projekt langfristig Auftragsvergaben im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar hervorbringen soll – und Blue Origin war dabei als zentraler Akteur positioniert.

Roter Feuerball über Cape Canaveral

Nur zwei Tage nach den NASA-Ankündigungen explodierte die New Glenn während eines routinemäßigen Triebwerkstests. Die Katastrophe traf Blue Origin in einem ohnehin schon angespannten Moment: Beim dritten und bislang letzten New-Glenn-Start im Mai hatte eine Anomalie verhindert, dass die zweite Stufe einen Satelliten von AST SpaceMobile in den Orbit brachte – der Satellit wurde dabei zerstört. Die jüngste Explosion scheint ihren Ursprung hingegen in der ersten Stufe der Rakete gehabt zu haben. Damit steht nun die Zuverlässigkeit beider Stufen der New Glenn infrage.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Explosion erhebliche Schäden an der einzigen New-Glenn-Startrampe von Blue Origin angerichtet hat – dem Launch Complex 36 in Cape Canaveral. Zerstört wurde ein Blitzschutzturm, möglicherweise beschädigt ein weiterer, schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden der Hauptturm zur Stützung der Rakete sowie der Transporter-Aufrichter, der die Rakete zur Rampe befördert. Experten gehen davon aus, dass die Reparaturarbeiten mindestens mehrere Monate in Anspruch nehmen werden. Solange die Startrampe nicht wieder einsatzbereit ist, kann Blue Origin keine New-Glenn-Raketen starten – unabhängig davon, ob die technischen Probleme an der Rakete selbst behoben werden.

Folgen für NASA, Blue Origin und SpaceX

Die Konsequenzen für die NASA-Mondpläne sind erheblich. Verzögerungen beim Launch Complex 36 und bei der Flugfähigkeit der New Glenn werden die geplanten Starts – darunter die VIPER-Mission und möglicherweise auch Moon Base I sowie die beiden Rover-Starts – mit großer Wahrscheinlichkeit nach hinten verschieben.

Als möglicher Ausweg wird diskutiert, ob Space Exploration Technologies (SpaceX) einspringen könnte. Konkret geht es darum, ob SpaceX' Falcon Heavy oder das Starship so konfiguriert werden könnten, dass sie die MK1-Lander von Blue Origin transportieren. Für Blue Origin wäre das eine suboptimale Lösung: Der strategische Vorteil gegenüber SpaceX – nämlich wertvolle Erfahrungen durch unbemannte Mondlandungen zu sammeln, bevor es zur bemannten Mission geht – würde damit zunichtegemacht.

Für SpaceX hingegen könnten sich die Turbulenzen bei der Konkurrenz als Chance erweisen. Das Unternehmen hat gerade seinen Börsengang abgeschlossen und könnte nun als Retter in der Not für die NASA-Mondpläne in Erscheinung treten. Die Raumfahrtbranche zeigt einmal mehr, wie schnell sich das Blatt wenden kann – und wie eng Erfolg und Rückschlag in diesem anspruchsvollen Geschäft beieinanderliegen.

Blue OriginNew Glenn ExplosionSpacexNasa MondmissionArtemis ProgrammBlue Moon Mk1Raumfahrt Aktien

Disclaimer