New Found Gold verdoppelt Queensway-Wert auf 1,7 Milliarden Dollar
Überarbeitete PEA weist Queensway einen nachsteuerlichen Barwert von 1,728 Milliarden Dollar und eine Rendite von 126 Prozent aus.

New Found Gold Corp. (TSX/NYSE-A: NFGC) hat am 22. Oktober 2026 eine überarbeitete vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) sowie eine aktualisierte Schätzung der Mineralressourcen für das zu 100 Prozent unternehmenseigene Queensway-Goldprojekt in Zentral-Neufundland und Labrador veröffentlicht. Die Studie weist dem Projekt einen nachsteuerlichen Barwert (NPV) von 1,728 Milliarden Dollar bei einem Basisfall-Goldpreis von 3.600 US-Dollar pro Unze aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie im vorherigen Gutachten.
Die nachsteuerliche interne Rendite (IRR) liegt bei 126 Prozent, die Amortisation erfolgt bei dem Basisfall-Preis in weniger als einem Jahr. Bei einem optimistischen Goldpreis von 4.100 US-Dollar pro Unze steigt der nachsteuerliche NPV auf 2,225 Milliarden Dollar und die IRR auf 164 Prozent. Alle Dollarbeträge der Studie sind, sofern nicht anders angegeben, in kanadischen Dollar angegeben.
Das Unternehmen gibt an, dass der kumulierte nachsteuerliche Cashflow über die 15-jährige Lebensdauer der Mine insgesamt 2,551 Milliarden Dollar betragen wird, wovon 836 Millionen Dollar aus Phase 1 stammen. Für deutsche Anleger ist die Doppelnotierung des Unternehmens an der TSX und der NYSE American relevant, wodurch ein Handel in Kanada und den USA möglich ist.
Die Details
Die aktualisierte Ressourcenabschätzung erhöht die gemessenen und geschätzten Ressourcen (Measured and Indicated) um 38 Prozent beziehungsweise 528.000 Unzen auf 1,920 Millionen Unzen Gold. Die durchschnittliche Gehaltshöhe liegt bei 2,19 Gramm pro Tonne, bezogen auf 27,325 Millionen Tonnen. Die vermuteten Ressourcen (Inferred) bleiben unverändert bei 606.000 Unzen bei 1,51 Gramm pro Tonne.
CEO Keith Boyle führte den Zusatz der Dropkick-Zone als Teil des Anstiegs an. Dabei handelt es sich um eine jüngste Entdeckung, die entlang der Streichrichtung und in der Tiefe noch offen ist. Das Grundstücksportfolio von Queensway erstreckt sich über 110 Kilometer Streichrichtung entlang zweier großer Störungszonen. Das Unternehmen erklärt, dass das orogene Goldsystem in der Tiefe und entlang der Streichrichtung weiterhin offen sei.
Queensway ist als gestaffelter Tagebau- und Untertagebetrieb geplant, der über 15 Jahre hinweg 1,744 Millionen Unzen produzieren soll. Der Durchschnitt liegt bei 116.000 Unzen pro Jahr, der Höchststand bei 190.000 Unzen im Jahr 2032. Der Head Grade von Phase 1 beträgt durchschnittlich 13,41 Gramm pro Tonne, während der Life-of-Mine-Durchschnitt bei 2,09 Gramm pro Tonne liegt. Die prognostizierte Rückgewinnungsrate beträgt 91,5 Prozent, die Produktionskosten liegen bei 985 US-Dollar pro Unze, die all-in sustaining costs (AISC) bei 1.375 US-Dollar pro Unze.
Das Tagebaumaterial aus den Keats- und Iceberg-Lagerstätten in Phase 1 soll im vierten Quartal 2027 die Pine-Cove-Mühle des Unternehmens erreichen. Voraussetzung ist die Umwandlung von Pine Cove in einen Schwerkraft- und Carbon-in-Leach-Prozesskreislauf. Phase 2 würde ab 2031 eine neue vor Ort befindliche Queensway-Mühle nutzen, der Untertageabbau ist für 2030 geplant.
Die Anfangskapitalausstattung beträgt 149,8 Millionen Dollar und entspricht damit dem früheren Gutachten. Hinzu kommen 832,1 Millionen Dollar Wachstumskapital und 970,8 Millionen Dollar Instandhaltungskapital. Zum 30. September 2026 meldet das Unternehmen etwa 167 Millionen Dollar an Bargeld sowie eine Schuldenfazilität in Höhe von 35 Millionen Dollar. Nach eigenen Angaben ist es für das Anfangskapital vollständig finanziert, wobei der Cashflow aus Phase 1 voraussichtlich das spätere Wachstumskapital finanzieren wird.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 27.04.2026 berichtete aktien.news, dass New Found Gold ein umfassendes Finanzierungspaket in Höhe von 205 Millionen Kanadischen Dollar erfolgreich abgeschlossen hat. Das Kapital sollte das Flaggschiffprojekt Queensway in Richtung des geplanten Produktionsstarts im Jahr 2027 vorantreiben. Das Paket gliederte sich in eine Eigenkapitalemission über 100 Millionen CAD sowie eine vorrangig besicherte Kreditfazilität über 105 Millionen CAD.
Am 04.05.2026 meldete aktien.news neue Bohrergebnisse vom Queensway-Projekt. Die Resultate bestätigten die Kontinuität der Goldmineralisierung im Kern der AFZ-Zone und stammten aus den Infill-Bohrungen des Jahres 2025. Insgesamt wurden 22.796 Bohrmeter in 201 Diamantbohrlöchern abgeschlossen. Die Ergebnisse aus den drei Zonen Keats West, Iceberg und Keats lieferten durchweg hohe Goldgehalte über bedeutende Mächtigkeiten.
Am 27.06.2026 berichtete aktien.news, dass New Found Gold den Ausbau seiner Pine-Cove-Mühle in Neufundland und die Erschließung des nahegelegenen Queensway-Projekts plant. Ziel war es, sich als mittelgroßer Goldproduzent zu etablieren. Die Pine-Cove-Mühle sollte dabei eine zentrale Rolle im Produktionsplan spielen.
Am 17.09.2026 meldete aktien.news, dass New Found Gold die kommerzielle Produktion in seiner Mine Hammerdown im zentralen Neufundland erreicht hat. Der Meilenstein wurde am 19. August nach 60 aufeinanderfolgenden Tagen erreicht. New Found verzeichnete dabei eine Durchsatzrate von etwa 748 Tonnen pro Tag, eine Goldausbeute von 87,7 Prozent und eine durchschnittliche Erzqualität von 2,92 Gramm Gold pro Tonne in der Pine-Cove-Mühle.
Was das für Anleger bedeutet
Die überarbeitete PEA ist eine vorläufige Studie. Sie beinhaltet vermutete Ressourcen, die als zu spekulativ angesehen werden, um sie als Reserven zu kategorisieren. Es besteht keine Gewissheit, dass die Studie realisiert wird. Für Queensway sind keine Mineralreserven definiert. Anleger sollten diese Einschränkung bei der Bewertung der genannten NPV- und IRR-Werte berücksichtigen.
Positiv hervorzuheben ist aus Sicht des Unternehmens die Finanzierungslage. Mit etwa 167 Millionen Dollar an Bargeld und einer Schuldenfazilität von 35 Millionen Dollar bezeichnet sich New Found Gold für das Anfangskapital als vollständig finanziert. Die Anfangskapitalausstattung von 149,8 Millionen Dollar liegt auf dem Niveau des früheren Gutachtens, während die deutlich höheren Beträge für Wachstum und Instandhaltung erst später anfallen sollen.
Ein technischer Bericht ist innerhalb von 45 Tagen nach der Bekanntgabe fällig. Spätere Phasen erfordern weitere umweltrechtliche Genehmigungen. Diese Genehmigungsschritte stellen einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor für den gestaffelten Produktionsplan dar.
Ausblick
Das Tagebaumaterial aus den Keats- und Iceberg-Lagerstätten soll im vierten Quartal 2027 die Pine-Cove-Mühle erreichen. Der Untertageabbau ist für 2030 geplant, Phase 2 mit einer neuen Queensway-Mühle ab 2031. Der Produktionshöchststand von 190.000 Unzen wird für 2032 erwartet. Der technische Bericht zur überarbeiteten PEA soll innerhalb von 45 Tagen nach der Bekanntgabe vom 22. Oktober 2026 vorliegen.
Kurz erklärt
- PEA: Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie, die die potenzielle Rentabilität eines Bergbauprojekts abschätzt, aber noch keine Reserven ausweist.
- NPV: Der Nettobarwert einer Investition, also der heutige Wert aller künftigen Zahlungsströme nach Abzug der Kosten.
- IRR: Die interne Rendite gibt die jährliche Verzinsung eines Projekts an, bei der der Nettobarwert null beträgt.
- AISC: Die all-in sustaining costs fassen alle Kosten zusammen, die für die Aufrechterhaltung der Goldproduktion anfallen.
