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Neuer Kurs bei Nestlé unter Laurent Freixe

Vorstandsumbau und schwächelnde Prognosen prägen die Unternehmensstrategie

Neuer Kurs bei Nestlé unter Laurent Freixe

Der neue Nestlé-Chef Laurent Freixe, der seit September im Amt ist, hat deutliche Veränderungen in der Unternehmensführung des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns eingeleitet. Im Rahmen eines Umbaus des Topmanagements wird die Zahl der Vorstände von 15 auf 13 reduziert. Dabei wird die Region Nordamerika mit Lateinamerika zusammengelegt, und die Leitung übernimmt der bisherige Nordamerikachef Steve Presley, der künftig von der Zentrale in Vevey aus arbeiten wird. Zudem wird das eigenständige Chinageschäft wieder in die Region Asien, Ozeanien und Afrika integriert, wodurch der bisherige Chinachef David Zhang seinen Sitz im Vorstand verliert.

Diese Änderungen markieren einen klaren Bruch mit der Dezentralisierungsstrategie des ehemaligen Nestlé-Chefs Mark Schneider. Schneider, der im August überraschend seinen Posten räumen musste, hatte die Zahl der regionalen Vorstandsressorts erhöht und den Managern vor Ort mehr Autonomie eingeräumt. Freixe hingegen betont die Bedeutung einer zentraleren Steuerung aus der Zentrale in Vevey und unterstreicht die Notwendigkeit, sich stärker auf Konsumenten und Kunden zu fokussieren, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen.

Das Geschäftsjahr 2024 zeigt für Nestlé eine ungewohnte Schwächephase. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr musste die Wachstumsprognose gesenkt werden. Freixe reduzierte die Erwartung für das interne Realwachstum auf zwei Prozent, nachdem bereits im Juli die Prognose von vier auf drei Prozent gesenkt worden war. Dies enttäuschte die Analysten, die von einem stärkeren organischen Wachstum ausgegangen waren. Trotz der Schwächephase konnte sich die Nestlé-Aktie im Tagesverlauf etwas erholen, notiert aber auf Jahressicht mit rund 15 Prozent im Minus.

Die Schwierigkeiten des Unternehmens reichen tiefer. Unter Schneider gab es mehrere strategische Fehlschläge, darunter die IT-Probleme in der Gesundheitssparte und die misslungene Integration von Zukäufen wie The Bountiful Company. Auch der Einstieg in die Therapie von Lebensmittelkrankheiten floppte, was zur vollständigen Abschreibung von 2,6 Milliarden Dollar führte. Diese Entwicklungen trugen zu Schneiders Entfremdung von den Investoren bei. Mit dem Rückzug des Marketingchefs Bernard Meunier und der Stärkung des Nespresso-Geschäfts zeigt Freixe einen klaren Fokus auf die Kernmarken des Konzerns.

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