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Neuer Bericht zum SVB-Kollaps belastet Fed-Aufsicht unter Biden-Ära

Fed-Studie sieht Versagen der Bankenprüfer – politischer Streit zwischen Trump und Demokraten eskaliert.

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Neuer Bericht zum SVB-Kollaps belastet Fed-Aufsicht unter Biden-Ära

Ein neuer, von der Federal Reserve in Auftrag gegebener Bericht zur Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) im Jahr 2023 sorgt in Washington für politische Spannungen. Michelle Bowman, die unter der Trump-Administration das Amt der Vizevorsitzenden für Bankenaufsicht übernommen hat, präsentierte die Ergebnisse einer Untersuchung der Beratungsfirma Starling Trust Advisors. Demnach hätten Fed-Prüfer die Risiken der Bank bereits ein Jahr vor dem Zusammenbruch erkennen müssen, versäumten jedoch ein entschlossenes Eingreifen.

Bowman führt dieses Versagen auf eine „Kultur der Risikoaversion“ innerhalb der Aufsichtsbehörde zurück. Die Prüfer hätten aus Angst vor Fehlern bei unklarer Entscheidungskompetenz lieber gar nicht gehandelt. Der Bericht widerspricht damit zentralen Annahmen des ursprünglichen Untersuchungsberichts, der unter Bowmans demokratischem Vorgänger Michael Barr erstellt wurde.

Während Barrs Bericht die Ursachen in einer zu lockeren Regulierung und dem Druck durch die Trump-Ära unter Randal Quarles sah, weist Bowman diese These zurück. Laut dem neuen Bericht gab es keine Anweisungen zur Aufweichung der Aufsicht. Zudem habe die Untersuchung keine Belege dafür gefunden, dass soziale Medien den Bank-Run beschleunigt hätten.

Politische Reaktionen und Kontroversen

Die politische Reaktion fiel scharf aus: Das Weiße Haus unter Präsident Trump begrüßte die Ergebnisse und warf Michael Barr Versagen vor. Sprecher Kush Desai erklärte, der Bericht bestätige die „Inkompetenz“ der Fed unter der vorherigen Führung. Im Gegensatz dazu kritisierte die demokratische Senatorin Elizabeth Warren den Bericht als „peinlichen Versuch, die Geschichte umzuschreiben“, um den Weg für eine gefährliche Deregulierung zu ebnen.

Kritiker befürchten, dass die Untersuchung als politisches Instrument genutzt wird, um Barr zu diskreditieren und regulatorische Lockerungen zu rechtfertigen. Die Debatte zeigt, wie sehr die Aufarbeitung der SVB-Pleite von parteipolitischen Interessen überlagert wird.

Ursachen des Kollapses aus Sicht des Starling-Berichts

Inhaltlich identifiziert der Starling-Bericht eine Kombination aus nicht realisierten Buchverlusten bei Staatsanleihen, einer instabilen Einlagenbasis und mangelnder operativer Vorbereitung auf Notkredite als Hauptursachen für den Kollaps. Zwar hatte die Bank vor der Krise zahlreiche Warnungen erhalten, diese betrafen jedoch primär Technologie- und Compliance-Fragen statt der finanziellen Kernrisiken.

Als Konsequenz plant die Fed nun eine Straffung der internen Prozesse: Bankprüfer sollen künftig monatliche Berichte vorlegen, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und den Fokus stärker auf die finanzielle Stabilität zu legen.

Geldpolitischer Hintergrund

Die Debatte findet vor dem Hintergrund einer angespannten geldpolitischen Lage statt. Unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh hat die Zentralbank die Zinsen erstmals seit drei Jahren wieder angehoben, um die nach wie vor als zu hoch eingestufte Inflation zu bekämpfen. Die Märkte reagierten nervös auf den hawkishen Ton des neuen Fed-Chefs, wobei die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen auf ein Niveau stiegen, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderem Interesse, da die US-Geldpolitik maßgeblichen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte hat. Die Kombination aus regulatorischer Unsicherheit und strafferer Geldpolitik könnte die Volatilität an den Märkten in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Die Fed steht vor der Herausforderung, einerseits die Finanzstabilität zu sichern und andererseits die Inflation zu bekämpfen – ein Spagat, der durch die politischen Kontroversen um die SVB-Aufarbeitung nicht leichter wird.

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