Neue Grundsteuer treibt Kosten für Eigentümer hoch
Besonders in Städten und bei Eigenheimen steigt die Belastung deutlich an

Eine aktuelle Umfrage mit rund 46.000 Einzelfällen zeigt, dass die Mehrheit der Hauseigentümer durch die neue Grundsteuerreform stärker belastet wird. Im Durchschnitt steigt die Steuerlast um 84,5 Prozent im Vergleich zur bisherigen Regelung. Zwei Drittel der Befragten zahlen laut Erhebung mehr als zuvor. Ursache für diesen Anstieg ist vor allem die neue Bewertung der Immobilien, die stärker an den aktuellen Marktwerten orientiert ist. Das Bundesverfassungsgericht hatte die alten Einheitswerte 2018 für verfassungswidrig erklärt, woraufhin eine Reform notwendig wurde.
Besonders betroffen sind Eigentümer in Bundesländern, die das sogenannte Bundesmodell anwenden, darunter Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Dort fließt der Bodenrichtwert in die Berechnung ein, wodurch Immobilienpreise direkten Einfluss auf die Höhe der Grundsteuer haben. In anderen Bundesländern, wie etwa Bayern, werden alternative Modelle genutzt, bei denen Fläche und Nutzung im Mittelpunkt stehen. In diesen Regionen fällt die Reform weniger ins Gewicht.
Die Hebesätze der Kommunen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Höhe der Steuerlast. Viele Gemeinden setzen höhere Sätze an, als die Länder für eine aufkommensneutrale Umsetzung empfohlen haben. Da Kommunen bei der Festlegung der Hebesätze frei sind, können sie diese unabhängig von landespolitischen Vorgaben anpassen, was vielerorts zu weiteren Steuererhöhungen führt.
Regionale Unterschiede verstärken die Auswirkungen der Reform. In Städten mit hoher Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in Metropolen, steigen die Immobilienpreise besonders stark. Dies wirkt sich direkt auf die Grundsteuer aus. In Berlin etwa liegt die durchschnittliche Erhöhung laut Umfrage bei 116,8 Prozent. In Ostberliner Bezirken wurde zuvor noch mit Einheitswerten von 1935 gerechnet, was einen zusätzlichen Nachholeffekt erzeugt. In strukturschwachen Gegenden wie dem Saarland oder Schleswig-Holstein fällt der Anstieg dagegen moderater aus.
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Zur AktienanalyseEinzelfamilienhäuser sind besonders stark betroffen. In Berlin etwa liegt die Mehrbelastung bei diesen Immobilien bei durchschnittlich 135,8 Prozent. Ursachen hierfür sind das begrenzte Angebot und die hohe Nachfrage nach Eigenheimen in Großstädten. Auch die Bewertungsmethode führt bei Einfamilienhäusern zu höheren Werten, da diese nun neu nach Ertragswerten eingestuft werden. Bei Mehrfamilienhäusern fällt die Steuererhöhung vergleichsweise geringer aus, da dort bereits früher laufende Mieteinnahmen in die Bewertung eingeflossen sind.


