Neue Elektro-Lkw sollen Diesel-Modelle ersetzen
Hohe Kosten und fehlende Ladeinfrastruktur bremsen den Durchbruch bei Spediteuren

Elektro-Lkw sollen Diesel-Lkw zunehmend ablösen, doch die Nachfrage bleibt gering. Hersteller wie Daimler, Volvo und DAF setzen nun auf neue, leistungsstarke Modelle, um das Interesse zu steigern. Ein Beispiel dafür ist der vollelektrische Sattelschlepper eActros 600 von Daimler Truck. Dieses Modell, ausgestattet mit drei Batteriepaketen mit einer Gesamtkapazität von 621 Kilowattstunden, soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen – selbst mit einer Zuladung von 22 Tonnen. Trotz dieser beeindruckenden Leistungsdaten hat der E-Truck einen erheblichen Nachteil: den Preis. Er kostet in der Anschaffung mindestens doppelt so viel wie die Dieselvariante, was die Zurückhaltung der Spediteure erklärt.
Karin Radström, die designierte Chefin von Daimler Truck, versucht, das Interesse der Kunden an Elektro-Lkw zu wecken. Sie berichtet von etwa 2000 Bestellungen und über 1000 Absichtserklärungen für den eActros 600. Dennoch bleibt dies angesichts der gesamten Neuaufträge, die unabhängig vom Antrieb bei fast 200.000 Lkw liegen, ein eher geringes Volumen. Auch andere Hersteller wie DAF und Volvo haben mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. In Europa sind elektrische Nutzfahrzeuge nach wie vor selten. Im ersten Halbjahr 2024 wurden nur 2138 Stromtrucks über 16 Tonnen zugelassen, während über 169.000 Diesel-Sattelschlepper neu auf die Straßen kamen.
Harald Seidel, Präsident von DAF Trucks, erklärt, dass viele Spediteure Elektro-Lkw aufgrund mangelnder Ladeinfrastruktur und der hohen Anschaffungskosten noch skeptisch betrachten. Ein vollelektrischer Sattelschlepper kostet oft über 250.000 Euro, während die Dieselvariante etwa 100.000 Euro kostet. Daher sind es vor allem Unternehmen mit ambitionierten Klimazielen, die bereit sind, in die teureren E-Modelle zu investieren. Allerdings sieht Seidel auch Anwendungsmöglichkeiten, in denen die Gesamtbetriebskosten von E-Lkw, etwa im innerstädtischen Verteilerverkehr, bereits vorteilhaft sein können.
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Zur AktienanalyseDie Hersteller setzen auf technologische Fortschritte, um die Akzeptanz zu erhöhen. DAF plant die Serienproduktion des XF Electric, der ab 2025 erhältlich sein soll und eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern bietet. Volvo Trucks hat ebenfalls ehrgeizige Pläne. Eine Langstreckenversion des FH Electric soll bis Ende 2025 auf den Markt kommen und mit einer Akkuladung bis zu 600 Kilometer weit fahren. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Ladeinfrastruktur ein Problem, das noch gelöst werden muss.


