Neubauknappheit trifft steigende Zinsen
Europas Ringen um Energieeffizienz in einer Zeit steigender Zinsen

Die Zinswende wirbelt nicht nur den deutschen Immobilienmarkt durcheinander. Ein Blick in fünf verschiedene Länder zeigt ein differenziertes Bild.
In Deutschland erleben Immobilien einen Preisrückgang von elf Prozent gegenüber Mai 2022. Ursächlich dafür sind steigende Hypothekenzinsen, die von einem auf vier Prozent sprangen und dadurch die Nachfrage erheblich verringerten. Zudem schrecken hohe Energiekosten und das neue Heizungsgesetz potenzielle Käufer ab. Der Wohnungsbau liegt zudem weit hinter den Zielen der Bundesregierung zurück.
In Großbritannien sind die Hauspreise rückläufig. Die sukzessiven Zinserhöhungen der Bank of England, die nun bei 5,25 Prozent liegt, und die schlechte Energieeffizienz vieler Gebäude spielen hier eine entscheidende Rolle. Eine neue Umfrage deutet jedoch darauf hin, dass energieeffiziente Häuser ihren Wert besser behalten können, was bis zu 20 Prozent Wertsteigerung bedeuten kann.
Frankreich erlebt einen moderaten Preisrückgang bei Immobilien. Besonders Altbauten mit schlechter Energieeffizienz sind betroffen, wobei für den Verkauf ein Energiezertifikat vorgeschrieben ist. Ähnlich wie in Deutschland erfordert dies die Kategorisierung in Energieklassen, wobei ältere Gebäude mindestens Klasse D erreichen sollten. Die Zinsen in Frankreich sind auch gestiegen, was den Neubau weiter beeinträchtigt hat.
In Schweden gab es nach einem Jahrzehnt des Wachstums einen Rückgang der Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Die Energieeffizienz ist zu einem entscheidenden Verkaufsargument geworden, da die Energiepreise in Schweden erheblich gestiegen sind. Immobilien werden ebenfalls in Energieklassen eingeteilt, wobei Gebäude in den Klassen A bis C als am attraktivsten gelten. Hinzu kommen hohe Zinsen und gestiegene Baukosten, die den Neubau weiter belasten.
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Zur AktienanalyseSpanien steht jedoch im Gegensatz zu den anderen Ländern relativ gut da. Obwohl auch hier die Zinsen gestiegen sind, ist die Immobiliennachfrage nicht eingebrochen. Tatsächlich sind die Immobilienpreise im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Für 2024 wird erwartet, dass trotz der sinkenden Nachfrage die Preise in einigen Gebieten weiter steigen werden. Ein Hauptgrund dafür ist der anhaltende Mangel an Neubauten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienmärkte weltweit von der Zinswende betroffen sind. Aber auch andere Faktoren, wie Energieeffizienz und Neubaumangel, spielen eine wichtige Rolle in der aktuellen Immobilienlandschaft.


