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Netflix rückt bei Warner-Bros-Kauf in Führung

Exklusivgespräche über Studios und Streaming treiben Diskussionen um Branchenfolgen an

Netflix rückt bei Warner-Bros-Kauf in Führung

Netflix befindet sich in exklusiven Verhandlungen über den Kauf der Film- und Fernsehstudios von Warner Bros Discovery sowie der dazugehörigen Streaming-Aktivitäten, nachdem ein Angebot von 28 US-Dollar je Aktie eingegangen ist. Das Unternehmen, das hinter HBO steht und zuletzt strategische Optionen geprüft hat, erhielt in dieser Woche eine zweite Runde von Geboten. Neben Netflix hatten zuvor auch Paramount Skydance und Comcast vorläufige Übernahmevorschläge abgegeben. Netflix legte laut früheren Angaben überwiegend ein Barangebot vor und setzte sich damit als führender Bieter durch.

Das Angebot liegt über dem jüngsten Schlusskurs von Warner Bros Discovery von 24,54 US-Dollar und über einem früheren Vorschlag von Paramount, der knapp 24 US-Dollar je Aktie für sämtliche Unternehmenswerte umfasste, einschließlich der Kabelsender CNN, TNT und TBS. Weder Netflix noch Warner Bros Discovery gaben zunächst Stellungnahmen zu den laufenden Gesprächen ab.

Netflix treibt eine strategische Neuausrichtung voran, um zusätzliche Erlösquellen jenseits des bisherigen Abonnementmodells zu erschließen. Der mögliche Erwerb der Warner-Bros-Studios, deren Markenwelten „Harry Potter“, „Game of Thrones“ und die DC-Comics umfassen, würde das Unternehmen zu einem vertikal integrierten Medienanbieter machen und den Zugang zu einem der wertvollsten Bibliotheksbestände Hollywoods sichern. Zudem würde Netflix langfristig größere Kontrolle über Premium-Inhalte erhalten und die Abhängigkeit von externen Partnerstudios reduzieren, während zugleich die Aktivitäten in Bereichen wie Gaming, Live-Entertainment und erweiterten Konsumentenangeboten ausgebaut werden.

Berichten zufolge hat Netflix eine Abstandszahlung in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar zugesichert, falls regulatorische Stellen den Zusammenschluss blockieren sollten. Verschiedene Medien meldeten, dass eine Vereinbarung zeitnah bekanntgegeben werden könnte. Die Entwicklung löste Reaktionen in der US-Filmindustrie aus. Ein Zusammenschluss veranlasste ein Bündnis führender Branchenvertreter dazu, den Kongress zu möglichen Eingriffen aufzurufen. Befürchtet wird eine wirtschaftliche und institutionelle Belastung des Filmmarktes.

Paramount kritisierte nach Angaben von CNBC den Verkaufsprozess und sprach von einer einseitigen Bevorzugung von Netflix. In einem Schreiben wurde die Einsetzung eines unabhängigen Ausschusses gefordert, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Das Unternehmen äußerte sich jedoch nicht weiter zu der Angelegenheit. Der Vorstand von Warner Bros hatte zuvor ein Angebot von rund 60 Milliarden US-Dollar für den Gesamtkonzern abgelehnt und daraufhin einen formalen Verkaufsprozess für einzelne Unternehmensbereiche gestartet.

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