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Netflix-Aktie verliert im Juni 17 Prozent – die Hintergründe

Skepsis gegenüber der Wachstumsstrategie und der Abgang von Mitgründer Reed Hastings belasteten die Netflix-Aktie im Juni erheblich.

Netflix-Aktie verliert im Juni 17 Prozent – die Hintergründe

Die Netflix-Aktie (NFLX) hat im Juni 17 Prozent an Wert verloren und damit einen breiteren Abwärtstrend in diesem Jahr fortgesetzt. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence tendierte das Papier über den Großteil des Monats schwächer. Ausschlaggebend waren dabei weniger konkrete Unternehmensnachrichten als vielmehr wachsende Skepsis gegenüber der Wachstumsstrategie des führenden Streaming-Anbieters – insbesondere angesichts zunehmend gesättigter Kernmärkte.

Einen der ersten Impulse lieferte der Rücktritt von Reed Hastings aus dem Verwaltungsrat. Der Mitgründer und langjährige CEO hatte seinen Abgang bereits im April angekündigt, doch sein endgültiges Ausscheiden Anfang Juni hinterließ bei einigen Anlegern offenbar einen negativen Eindruck. Hastings bekleidet nun keinerlei offizielle Funktion mehr im Unternehmen. Als Nachfolger im Amt des Chairman of the Board wurde Jay Hoag ernannt, der seit 2012 als Lead Independent Director tätig war. Da Hoag kein leitender Angestellter ist, wird Netflix künftig keinen separaten Lead Independent Director mehr haben.

Übernahmeberichte und Wachstumssorgen belasten den Kurs

Für zusätzlichen Druck sorgte ein Bericht des Medienunternehmens Semafor, wonach Netflix ein Gebot für die Streaming-Plattform Roku abgegeben habe – nachdem Roku einer Übernahme durch Fox zugestimmt hatte. Semafor berichtete zudem, Netflix sei an einem Kauf des Filmstudios Lionsgate interessiert, nachdem Warner Bros. Discovery (WBD) sich für eine Fusion mit Paramount Skydance und nicht für Netflix entschieden hatte. Netflix dementierte sowohl ein formelles Gebot für Roku als auch ein Interesse an Lionsgate. Dennoch drückte der Bericht die Aktie nach unten, da er den Eindruck erweckte, das Unternehmen suche aktiv nach neuen Wachstumsmotoren – ein Signal, das Anleger als Zeichen verlangsamten organischen Wachstums interpretierten.

Weitere belastende Faktoren kamen von außen: Berichte über die Pläne von Meta Platforms, Instagram TV auszubauen, schürten Wettbewerbssorgen. Hinzu kam eine Analyse des Hauses M Science, wonach Netflix im zweiten Quartal auf Kurs für den schwächsten weltweiten Nettozuwachs an Abonnenten seit 2022 sei. Das verlangsamte Abonnentenwachstum in Kernmärkten wie Nordamerika gilt als eine der zentralen Herausforderungen für den Konzern.

Bewertung und Ausblick auf die Quartalszahlen

Trotz des Kursrückgangs liefert Netflix weiterhin solide operative Ergebnisse. Die Aktie notiert inzwischen mehr als 40 Prozent unter ihrem Höchststand von vor rund einem Jahr. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 30 – bereinigt um die 2,8 Milliarden US-Dollar, die Netflix als Auflösungsgebühr von WBD erhielt – erscheint die Bewertung nach Einschätzung von Analysten wieder attraktiver.

Die nächste wichtige Weichenstellung steht kurz bevor: Am kommenden Donnerstag legt Netflix die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten für diesen Zeitraum ein Umsatzwachstum von 13,6 Prozent auf 12,6 Milliarden US-Dollar sowie eine Verbesserung des Gewinns je Aktie von 0,72 auf 0,79 US-Dollar. Die Quartalszahlen dürften zeigen, ob die Sorgen um das Abonnentenwachstum berechtigt sind – oder ob Netflix erneut positiv überraschen kann.

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