Nestlé verkauft Wassersparte-Hälfte für 3,4 Milliarden Dollar an Platinum Equity
Der Schweizer Konzern gründet ein Joint Venture mit der Private-Equity-Gruppe des Milliardärs Tom Gores und gibt 50 Prozent ab.

Nestlé trennt sich von einem bedeutenden Teil seines Wassergeschäfts. Der Schweizer Konsumgüterriese hat sich bereit erklärt, einen Anteil von 50 Prozent an seiner Wassersparte – zu der bekannte Marken wie Perrier und San Pellegrino gehören – an die Private-Equity-Gruppe Platinum Equity zu veräußern. Der Deal hat ein Volumen von 3 Milliarden Euro in bar, was rund 3,42 Milliarden US-Dollar entspricht.
Im Rahmen der Transaktion gründen Nestlé und Platinum Equity, die Beteiligungsgesellschaft des US-Milliardärs Tom Gores, ein gemeinsames Unternehmen namens Peranel. Das neue Joint Venture wird inklusive Barmitteln und Schulden mit insgesamt 4,9 Milliarden Euro bewertet. Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Hälfte des kommenden Jahres erwartet.
Umstrukturierung belastet Ergebnis
Der Deal ist Teil einer umfassenderen Umstrukturierungswelle bei Nestlé, die den Konzern zuletzt erheblich unter Druck gesetzt hat. Die damit verbundenen Kosten trieben im ersten Halbjahr die Ausgaben in die Höhe und belasteten das Ergebnis spürbar. Nestlé ist nicht nur für seine Wassermarken bekannt, sondern auch für Produkte wie KitKat-Schokoriegel und Nescafé-Kaffee.
Die finanziellen Folgen der Umstrukturierung zeigen sich deutlich in den aktuellen Zahlen: Der Nettogewinn lag im Berichtszeitraum bei 3,47 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet rund 4,26 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte Nestlé die eigens zusammengestellten Analystenschätzungen deutlich – diese hatten einen Wert von rund 5,07 Milliarden Franken erwartet, was in etwa dem Vorjahreswert entsprochen hätte.
Aktie unter Druck
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Zur AktienanalyseDie Märkte reagierten unmittelbar auf die Nachrichten. Die Nestlé-Aktie (NESN) gab im frühen Handel um 6,3 Prozent nach und verzeichnete damit einen der stärksten Tagesrückgänge der jüngeren Vergangenheit. Anleger zeigten sich offenbar besorgt über die Gewinnverfehlung und die anhaltenden Belastungen durch den Konzernumbau.
Für deutsche Privatanleger ist der Deal von besonderem Interesse, da Nestlé zu den bekanntesten und am häufigsten im Depot gehaltenen europäischen Konsumgüteraktien zählt. Die Veräußerung eines Teils des Wassergeschäfts signalisiert, dass das Management den Konzern weiter fokussiert und Kapital freisetzt – allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem die Profitabilität unter Druck steht. Wie sich die Partnerschaft mit Platinum Equity langfristig auf die Marken Perrier und San Pellegrino auswirkt, bleibt abzuwarten.


