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Nestlé-Chef Navratil plant radikalen Konzernumbau mit vier neuen Geschäftssäulen

Strategische Neuausrichtung soll Wachstum ankurbeln – Teile des Portfolios könnten verkauft werden

Nestlé-Chef Navratil plant radikalen Konzernumbau mit vier neuen Geschäftssäulen

Der neue Nestlé-Chef Philipp Navratil bereitet laut einem Bericht der Financial Times einen umfassenden strategischen Umbau des weltgrößten Lebensmittelkonzerns vor. Die geplante Neuausrichtung soll sich auf vier zentrale Geschäftssäulen konzentrieren: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks.

Navratil, der erst im vergangenen Jahr nach der Entlassung seines Vorgängers an die Konzernspitze berufen wurde, strebt damit eine deutliche Fokussierung des weitverzweigten Portfolios an. Das könnte bedeuten, dass Teile des Imperiums, das derzeit Vitamine, Tiernahrung, Kaffee, Süßwaren, Wasser in Flaschen und viele weitere Produkte umfasst, zur Disposition gestellt werden.

Die Schweizer Konzernzentrale lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Reuters konnte die Informationen zunächst nicht unabhängig überprüfen. Dennoch passt die Strategie zu den jüngsten Ankündigungen des Unternehmens.

Massiver Stellenabbau bereits angekündigt

Der Hersteller von KitKat-Schokoriegeln und Nespresso-Kaffee hatte bereits im Oktober 2024 drastische Einschnitte verkündet. Im Jahr 2025 sollen 16.000 Stellen abgebaut werden – das entspricht etwa 5,8 Prozent der weltweit 277.000 Mitarbeiter. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Kostenstruktur zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Navratil übernahm die Führung in einer herausfordernden Phase. Der Konzern kämpft mit einer globalen Konjunkturabschwächung, die Verbraucher verstärkt zu günstigeren Alternativen greifen lässt. Das setzt die Margen und das Wachstum unter Druck.

Neuorganisation der Konzernstruktur geplant

Bislang ist Nestlé nach geografischen Regionen – Amerika, Europa, Asien, Ozeanien und Afrika – sowie sechs Produktkategorien organisiert, die intern als "strategische Geschäftseinheiten" bezeichnet werden. Die vier neuen Produktgruppen könnten laut Financial Times die Grundlage für eine formelle Umstrukturierung des gesamten Konzerns bilden.

Die geplante Neuausrichtung würde Nestlé eine klarere strategische Ausrichtung geben und möglicherweise Ressourcen für Investitionen in wachstumsstarke Bereiche freisetzen. Analysten erwarten, dass der Konzern sich von weniger profitablen Geschäftsbereichen trennen könnte, um sich auf Kernmärkte zu konzentrieren.

Für die deutschen Nestlé-Aktivitäten, zu denen unter anderem Maggi, Wagner Pizza und Thomy gehören, dürften die Veränderungen ebenfalls spürbar sein. Details zur konkreten Umsetzung und zum Zeitplan der Umstrukturierung sind noch nicht bekannt.

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