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Nel verfehlt Umsatzziel im Q2 bei wachsendem Nettoverlust

Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel enttäuscht im zweiten Quartal mit schwachem Umsatz, weitet aber den Auftragseingang deutlich aus.

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Nel verfehlt Umsatzziel im Q2 bei wachsendem Nettoverlust

Das norwegische Wasserstoff-Technologieunternehmen Nel hat im zweiten Quartal einen Umsatz von NOK 182 Millionen erzielt und damit die Konsensschätzung von drei Analysten in Höhe von NOK 186,67 Millionen verfehlt. Der Umsatz lag zudem unter dem Wert des Vorjahreszeitraums – ein Rückschlag für das Unternehmen, das zu den bekanntesten Akteuren im europäischen Wasserstoffsektor zählt.

Der Nettoverlust für das zweite Quartal belief sich auf NOK 189 Millionen. Besonders belastend wirkte sich dabei eine Vergleichszahlung in Höhe von NOK 70 Millionen im Zusammenhang mit dem japanischen Industriegasekonzern Iwatani aus, die den EBITDA-Verlust auf NOK 155 Millionen ausweitete. Ohne diesen Sondereffekt wäre das operative Ergebnis deutlich weniger stark belastet gewesen.

Auftragseingang springt um 224 Prozent

Trotz der enttäuschenden Umsatz- und Ergebniszahlen lieferte Nel beim Auftragseingang eine bemerkenswerte Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Auftragseingang im zweiten Quartal um 224 Prozent auf NOK 230 Millionen. Dies signalisiert eine wachsende Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, auch wenn sich diese noch nicht vollständig in den Umsatzzahlen niederschlägt.

Der Auftragsbestand wuchs auf NOK 1,21 Milliarden – ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Dieser solide Auftragsbestand gibt dem Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit für die kommenden Quartale, auch wenn Nel selbst keine spezifische Finanzprognose für das laufende oder zukünftige Quartale abgegeben hat.

PEM-Segment als Wachstumstreiber

Im Bereich der Technologiesparten spielte das PEM-Segment (Proton Exchange Membrane) eine zentrale Rolle. Der Umsatz in der PEM-Sparte resultierte primär aus kleineren Wasserstoff-Elektrolyseuren der Kilowatt-Klasse, insbesondere aus dem Bereich Industrial Products. Auf das PEM-Segment entfielen zudem 96 Prozent des gesamten Anstiegs beim Auftragseingang im zweiten Quartal – ein klares Zeichen dafür, wo die Marktnachfrage derzeit am stärksten ist.

Parallel dazu startete Nel im zweiten Quartal die kommerzielle Vermarktung seiner druckbeaufschlagten alkalischen PA-Serien-Plattform. Diese Technologie ergänzt das bestehende Portfolio und richtet sich an industrielle Anwendungen, bei denen Wasserstoff unter Druck erzeugt werden muss. Die Markteinführung könnte mittelfristig neue Umsatzquellen erschließen.

Nel ist im Bereich der Wasserelektrolyse tätig und stellt Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff her. Das Unternehmen beliefert Kunden weltweit und gilt als einer der Pioniere der Branche. Für deutsche Anleger ist Nel vor allem als Vertreter des Wasserstoffsektors relevant, der in den vergangenen Jahren sowohl starke Kursgewinne als auch erhebliche Rückschläge erlebt hat. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen, dass der Weg zur Profitabilität für Nel noch lang ist – trotz des ermutigenden Wachstums beim Auftragseingang.

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