Navient zahlt erste Entschädigungen an geschädigte Studienkreditnehmer aus
US-Verbraucherschutzbehörde CFPB beginnt mit Auszahlung von 100 Millionen Dollar Entschädigungsfonds.

Studienkreditnehmer in den USA, die durch fragwürdige Praktiken des Bildungskreditfinanzierers Navient geschädigt wurden, erhalten nun ihre ersten Entschädigungszahlungen. Laut der Website der US-Verbraucherschutzbehörde CFPB hat ein externes Beratungsunternehmen am 13. Februar mit der Verteilung der Gelder aus einem 100 Millionen Dollar schweren Entschädigungsfonds begonnen.
Die Zahlungen erfolgen mehr als ein Jahr, nachdem Präsident Donald Trump das Consumer Financial Protection Bureau faktisch lahmgelegt hatte. Verbraucherschützer hatten befürchtet, dass Entschädigungszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe aus Durchsetzungsmaßnahmen der vorherigen Regierung gefährdet sein könnten. Die verzögerte Auszahlung stößt auf Kritik bei Verbraucherschützern.
Hintergrund der Vorwürfe gegen Navient
Im Jahr 2024 akzeptierte Navient ein Verbot der Verwaltung staatlicher Studienkredite und verpflichtete sich zur Zahlung von insgesamt 120 Millionen Dollar. Davon sind 100 Millionen Dollar für direkte Entschädigungen an geschädigte Kreditnehmer vorgesehen. Die CFPB hatte dem Unternehmen vorgeworfen, Millionen von Kreditnehmern bewusst geschädigt zu haben.
Die Behörde erklärte, Navient habe Kreditnehmer systematisch dazu gedrängt, ihre Rückzahlungen aufzuschieben, obwohl diese Anspruch auf deutlich kostengünstigere Rückzahlungspläne gehabt hätten. Durch diese Praxis seien die Kreditnehmer gezwungen worden, unnötig höhere Zinsen zu zahlen. Navient widersprach den Vorwürfen damals, akzeptierte jedoch die Vergleichsvereinbarung.
Kritik an Verzögerung der Auszahlungen
Mike Pierce, ehemaliger CFPB-Beamter und heutiger Leiter der Verbraucherschutzorganisation Protect Borrowers, kritisierte die Verzögerung scharf. Das Vorgehen der Trump-Regierung habe die Auszahlungen um mehr als ein Jahr verzögert. Gleichzeitig sei der Branche trotz steigender Zahlungsausfälle bei Studienkrediten ein "Freibrief" ausgestellt worden.
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Zur AktienanalyseWeder das CFPB noch Navient reagierten am Dienstag außerhalb der regulären Geschäftszeiten auf Anfragen für eine Stellungnahme. Die Zahlungen markieren einen wichtigen Schritt für betroffene Kreditnehmer, die oft jahrelang unter den finanziellen Folgen der umstrittenen Praktiken litten.
Für deutsche Anleger ist der Fall relevant, da er die Risiken im US-Bildungskreditsektor verdeutlicht. Der Markt für Studienkredite in den USA umfasst über 1,7 Billionen Dollar und steht zunehmend unter regulatorischer Beobachtung.


