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Naturkatastrophen treiben Wohngebäudeversicherungen in die Höhe: Was Hausbesitzer wissen müssen

Hagelstürme, Waldbrände und Tornados lassen Versicherungsprämien explodieren – auch in Regionen, die bisher als sicher galten.

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Naturkatastrophen treiben Wohngebäudeversicherungen in die Höhe: Was Hausbesitzer wissen müssen

Die Wohngebäudeversicherung wird teurer – und das nicht nur in klassischen Risikogebieten. Eine Analyse des Wall Street Journal, die Prämien und Naturkatastrophen landesweit untersuchte, zeigt: Die alten Regeln der Branche gelten nicht mehr. Jahrzehntelang trugen vor allem Küstenstaaten mit Hurrikan-Risiko die Hauptlast der Tariferhöhungen, während Binnenstaaten von vergleichsweise günstigen Policen profitierten. Dieses Muster bricht nun auf.

Hagelstürme, Waldbrände und Windschäden treffen zunehmend Regionen, die einst als sicher vor den schlimmsten Preissprüngen galten. Das hat spürbare Folgen für Millionen von Hausbesitzern, die sich plötzlich mit deutlich höheren Versicherungskosten konfrontiert sehen.

Iowa schlägt Florida bei den Preissteigerungen

Besonders drastisch zeigt sich die Entwicklung im hagelanfälligen Bundesstaat Iowa: Die genehmigten Tarife für Wohngebäudeversicherungen sind dort seit 2021 um satte 91 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In Florida, das traditionell als Hochrisikogebiet für Hurrikane gilt, beläuft sich der Zuwachs im gleichen Zeitraum auf 35 Prozent. Diese Zahlen stammen aus Daten von S&P Global Market Intelligence und umfassen Werte bis einschließlich März des laufenden Jahres.

Der Vergleich verdeutlicht, wie stark sich die Risikolandschaft in den USA verschoben hat. Binnenstaaten, die lange von niedrigen Prämien profitierten, holen nun rasant auf – oder überholen sogar klassische Hochrisikoregionen.

Die Prämien für Wohngebäudeversicherungen können je nach Wohnort drastisch variieren. Laut der WSJ-Analyse kann das bloße Überschreiten einer Landkreisgrenze die Versicherungskosten mehr als verdoppeln. Diese extreme regionale Streuung macht es für Hausbesitzer schwierig, die eigene Risikolage einzuschätzen.

Hurrikane bleiben der größte Kostentreiber

Trotz der neuen Dynamik bleiben Hurrikane nach wie vor der Haupttreiber für besonders hohe Prämien. In 46 der 50 teuersten Landkreise landesweit – die sich größtenteils entlang der Golfküste erstrecken – gelten Hurrikane als primäre Bedrohung. Dies ergibt die Analyse des Journal auf Basis von Daten des Preisvergleichsportals Insurify.

Zu den nächsten 50 teuersten Landkreisen gehören jedoch bereits Gebiete in Oklahoma und Texas, wo Hagel, Waldbrände oder Tornados die größten natürlichen Gefahren darstellen. Die Risikogeografie der USA verändert sich damit spürbar – mit direkten Konsequenzen für die Versicherungsbranche und Hausbesitzer gleichermaßen.

Wichtig für die Einordnung der Daten: Die verwendeten Zahlen schätzen die staatlich genehmigten Tarife der Versicherer und nicht die tatsächlich gezahlten Prämien. Dies könnte die Preise in Hochrisikogebieten nach oben verzerren.

Mehr als nur Wetter: Mehrere Faktoren treiben die Prämien

Die steigenden Versicherungskosten lassen sich nicht allein auf häufigere oder intensivere Naturkatastrophen zurückführen. Die Tarife für Wohngebäudeversicherungen sind landesweit seit der Pandemie deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise. Neben dem Wetterrisiko spielen auch steigende Immobilienwerte sowie höhere Bau- und Lohnkosten eine wesentliche Rolle.

Für deutsche Hausbesitzer und Anleger, die in US-Immobilien investieren oder die Entwicklung des globalen Versicherungsmarktes verfolgen, liefert diese Analyse wichtige Hinweise: Die Neubewertung von Klimarisiken durch Versicherer ist ein weltweites Phänomen. Auch in Deutschland steigen die Prämien für Elementarschadenversicherungen, und die Diskussion über Pflichtversicherungen gegen Naturkatastrophen gewinnt an Fahrt. Die US-Entwicklung zeigt, wohin die Reise gehen kann, wenn Klimarisiken systematisch unterschätzt werden.

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