NATO-Militärchef: Keine Spannungen mit USA bei Verteidigungsausgaben
Admiral Cavo Dragone sieht die Beziehung zum Pentagon als stabil und betont Europas Fortschritte bei den Verteidigungsausgaben.

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, hat die Beziehung zwischen der NATO und dem US-Verteidigungsministerium als stabil und unbelastet bezeichnet. In einem Interview erklärte er, dass kein „Drama" im Verhältnis zu den USA bestehe – trotz des anhaltenden Drucks von US-Präsident Donald Trump auf die europäischen Verbündeten, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen.
Europa habe auf die Forderungen Trumps reagiert, betonte Cavo Dragone. Die Allianz befinde sich auf einem guten Weg, die angestrebten Ausgabenziele zu erreichen. „Ich denke also, dass wir in einer guten Verfassung sind", sagte der Admiral.
NATO-Planungsprozess als Schlüssel
Cavo Dragone verwies auf den bestehenden NATO-Verteidigungsplanungsprozess als zentrales Instrument, um die notwendigen militärischen Fähigkeiten zu beschaffen. „Wir verfügen über einen NATO-Verteidigungsplanungsprozess, um uns die benötigten Fähigkeiten zu verschaffen, und wir werden diese rechtzeitig erwerben", erklärte er. Ziel ist es, ein Gesamtausgabenniveau von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erreichen.
Das angestrebte Ziel von 5 Prozent des BIP für Verteidigungsausgaben liegt deutlich über dem bisherigen NATO-Richtwert von 2 Prozent des BIP, den viele europäische Mitgliedstaaten lange Zeit nicht erfüllten. Trumps wiederholte Kritik an den als zu niedrig empfundenen Verteidigungsbudgets der europäischen NATO-Partner hatte zuletzt für erhebliche Diskussionen innerhalb des Bündnisses gesorgt.
Kontext für deutsche Anleger und Bürger
Für Deutschland ist das Thema Verteidigungsausgaben besonders relevant. Die Bundesrepublik hat in den vergangenen Jahren ihre Verteidigungsausgaben schrittweise erhöht und das 2-Prozent-Ziel der NATO inzwischen erreicht. Ein weiterer Anstieg in Richtung 5 Prozent würde erhebliche Haushaltsmittel erfordern und hätte direkte Auswirkungen auf den deutschen Staatshaushalt sowie auf Unternehmen der Rüstungs- und Verteidigungsbranche.
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Zur AktienanalyseDie Aussagen des NATO-Militärchefs senden ein klares Signal der Stabilität an Märkte und Verbündete gleichermaßen. Eine funktionierende transatlantische Partnerschaft gilt als wichtige Grundlage für die Sicherheitsarchitektur Europas – und damit auch für das wirtschaftliche und politische Umfeld, in dem europäische Unternehmen und Investoren agieren.
Die Beruhigung durch Cavo Dragone kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die geopolitischen Spannungen in Europa – insbesondere durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine – die Debatte über angemessene Verteidigungsausgaben weiter befeuern. Die NATO-Mitglieder stehen unter zunehmendem Druck, ihre Zusagen nicht nur zu bekräftigen, sondern auch konkret umzusetzen.


