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Nasdaq legt 2% zu – Microsoft und Inflationsdaten beflügeln Wall Street

Positive PCE-Daten und ein Kurssprung von Microsoft um 15% treiben die US-Börsen deutlich nach oben.

Nasdaq legt 2% zu – Microsoft und Inflationsdaten beflügeln Wall Street

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag im frühen Handel kräftig zugelegt. Haupttreiber waren ein starker Kursanstieg bei Microsoft nach überzeugenden Quartalszahlen sowie moderate Inflationsdaten, die das bevorzugte Maß der US-Notenbank Federal Reserve darstellen. Um 09:47 Uhr ET (13:47 Uhr GMT) stieg der S&P 500 um 1% auf 7.392,26 Punkte, der technologielastige Nasdaq Composite kletterte um 2,1% auf 24.964,99 Punkte, und der Dow Jones Industrial Average legte um 0,6% auf 51.901,06 Punkte zu.

Die Erholung folgte auf einen deutlichen Ausverkauf in der vorangegangenen Sitzung, der vor allem durch überdurchschnittliche Verluste bei Technologiewerten – insbesondere bei Chipherstellern – ausgelöst worden war. Auch die Aktienmärkte in Asien zeigten sich volatil: Der chipintensive südkoreanische KOSPI schwankte stark zwischen Gewinnen und Verlusten, während europäische Aktien leicht zulegten.

Inflations- und Konjunkturdaten im Fokus

Der Wirtschaftskalender lieferte am Donnerstag gleich mehrere wichtige Datenpunkte. Laut einer ersten Schätzung des Bureau of Economic Analysis (BEA) stieg das reale US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2026 um 1,5% – eine Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 2,1% im ersten Quartal und unterhalb der Konsensschätzung von 2,1%.

Besonders beachtet wurde der Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Core PCE), der als bevorzugtes Inflationsmaß der Fed gilt. Dieser sank im Juni im Monatsvergleich um 0,1% und stieg im Jahresvergleich um 3,3%. Ökonomen hatten einen monatlichen Anstieg von 0,2% erwartet – die schwächere Zahl sorgte an den Märkten für Erleichterung. Zusätzlich stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf 197.000, lag damit jedoch unter der geschätzten Zahl von 201.000.

Microsoft springt um mehr als 15% nach oben

Der größte Kurstreiber des Tages war Microsoft. Der in Redmond, Washington, ansässige Tech-Konzern meldete für sein am 30. Juni beendetes viertes Geschäftsquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Ergebnisse über den Erwartungen. Besonders die Azure-Cloud-Sparte überzeugte: Die starke Nachfrage nach Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz (KI) ließ den Bereich die Analystenerwartungen übertreffen. Microsoft prognostizierte zudem für das laufende Quartal einen über den Erwartungen liegenden Umsatz sowie höhere Cloud-Einnahmen.

Von besonderer Bedeutung für Anleger war jedoch, dass Microsoft als erster großer Rechenzentrumsbetreiber seine Investitionspläne nicht anhob. Das Unternehmen erklärte, die Investitionserwartungen für das Kalenderjahr 2026 seien unverändert geblieben. Zwar wurde die jüngste Prognose von ursprünglich rund 190 Milliarden US-Dollar auf 175 Milliarden US-Dollar angepasst, doch spiegelt dies laut Unternehmen lediglich eine Änderung der erwarteten Nutzungsdauer von Rechenzentren und Bürogebäuden wider. Dieser Schritt sorgte für große Erleichterung bei Investoren, die zunehmend sensibel auf übermäßige KI-Ausgaben reagieren, nachdem diese in vergangenen Quartalen die Unternehmensmargen belastet hatten.

Meta enttäuscht – Gegenwind durch KI-Investitionen

Auf der anderen Seite des Spektrums stand Meta Platforms, dessen Aktie um mehr als 8% einbrach. Der Instagram-Eigentümer meldete schwächere Ergebnisse für das zweite Quartal sowie eine enttäuschende Prognose für das dritte Quartal. Zudem hob Meta das untere Ende seiner Investitionsausgaben-Prognose für 2026 von 125 auf 130 Milliarden US-Dollar an – bei einer Spanne von nun 130 bis 145 Milliarden US-Dollar.

Die Ergebnisse von Meta verdeutlichen einen wachsenden Zielkonflikt: Massive KI-Investitionen und Restrukturierungskosten zehrten die starken Erträge aus dem Kerngeschäft mit digitaler Werbung weitgehend auf. Der Kursrückgang bei Meta belastete die allgemeine Stimmung im Technologiesektor spürbar.

Die Quartalszahlen von Microsoft und Meta wurden im Vorfeld weiterer wichtiger Tech-Berichte veröffentlicht. Amazon und Apple sollten ebenfalls am Donnerstag ihre Ergebnisse vorlegen. Die Stimmung an den Märkten bleibt dennoch von mehreren Faktoren belastet: anhaltende Sorgen über einen sich verschärfenden Konflikt im Nahen Osten sowie restriktive Signale der Federal Reserve nach ihrer jüngsten Zinsentscheidung, die eine Spaltung unter den Entscheidungsträgern in Bezug auf mögliche Zinserhöhungen offenbarte.

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