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Nasdaq-100 erzielt größten 13-Tage-Gewinn seit 2020

Nach dem US-Iran-Konflikt erholte sich der Nasdaq-100 mit einem Anstieg von 17% in nur 13 Handelstagen auf ein neues Rekordhoch.

Nasdaq-100 erzielt größten 13-Tage-Gewinn seit 2020

Der Nasdaq-100 hat eine beeindruckende Erholung hinter sich: Zwischen dem 30. März und dem 17. April legte der Technologieindex um 17% zu – der stärkste 13-Tage-Gewinn seit der COVID-19-Erholung im Frühjahr 2020. Anleger, die den jüngsten Kursrückgang zum Einstieg nutzten, konnten damit eine außergewöhnliche Rendite in kurzer Zeit erzielen.

Der Auslöser für den Rückgang war ein geopolitischer Schock: Die USA und Israel starteten am 28. Februar direkte Angriffe auf den Iran. Als Reaktion darauf schloss der Iran am 2. März die Straße von Hormus – einen der wichtigsten Seewege der Welt, über den täglich rund 25% des globalen Ölhandels auf dem Seeweg abgewickelt wird. Die daraus resultierenden Ölpreisanstiege belasteten die Märkte erheblich, da Anleger die Auswirkungen auf Konsumausgaben, Unternehmensgewinne und die Gesamtwirtschaft abwogen.

Der Nasdaq-100 fiel in der Spitze bis zu 12% unter seinen Höchststand. Dabei ist zu beachten, dass der Index bereits vor Ausbruch des Konflikts zu schwächeln begann – ausgelöst durch wachsende Sorgen über die Nachhaltigkeit des Investitionsbooms im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).

Der Zeitplan der Erholung im Überblick

Die Ereignisse überschlugen sich in den Wochen darauf in rascher Folge:

28. Februar:

USA und Israel starten direkte Angriffe auf den Iran

2. März:

Iran schließt die Straße von Hormus

30. März:

Nasdaq-100 erreicht seinen Tiefpunkt

8. April:

USA und Iran einigen sich auf ein Waffenstillstandsabkommen und beginnen Friedensverhandlungen

15. April:

Nasdaq-100 markiert ein neues Rekordhoch

17. April:

Iran öffnet die Straße von Hormus wieder – Ölpreise fallen, Märkte bauen Gewinne weiter aus

Die Erholung erinnert stark an jene vom 23. März bis zum 9. April 2020, als sich die globalen Märkte vom pandemiebedingten Ausverkauf erholten. Damals wie heute zeigte der Nasdaq-100, wie schnell sich Technologieaktien von externen Schocks erholen können.

KI-Investitionsboom unter Druck

Doch nicht alle Risiken sind mit dem Waffenstillstand verschwunden. Der Nasdaq-100 hatte seinen Höchststand bereits im Oktober des Vorjahres erreicht und begann schon vor dem Konflikt zu schwächeln. Hintergrund sind Zweifel an der Nachhaltigkeit der massiven Investitionen in KI-Infrastruktur.

Diese Sorgen konkretisierten sich Mitte Februar, als OpenAI – der Schöpfer von ChatGPT – ankündigte, bis 2030 nur noch 600 Milliarden US-Dollar für Rechenkapazitäten auszugeben. Das ist weniger als die Hälfte der zuvor geschätzten 1,4 Billionen US-Dollar. Berichten zufolge hatte OpenAI eine Vereinbarung über 300 Milliarden Dollar zur Miete von Rechenzentrumskapazitäten von Oracle über mehrere Jahre abgeschlossen sowie zusätzliche Verpflichtungen in Höhe von 281 Milliarden Dollar gegenüber Microsoft eingegangen – Zahlen, die nun nach unten korrigiert werden müssten.

Der Nasdaq-100 bildet die Wertentwicklung der 100 größten an der Nasdaq notierten Unternehmen nach Marktwert ab – unter Ausschluss von Banken und Finanzinstituten. Dadurch weist er eine hohe Gewichtung führender KI-Aktien wie Nvidia auf, was ihn besonders sensibel gegenüber Stimmungsänderungen im KI-Sektor macht.

Für deutsche Privatanleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Die geopolitischen Risiken rund um den US-Iran-Konflikt haben sich zwar deutlich entspannt, doch die strukturellen Fragen rund um den KI-Investitionszyklus sind noch nicht beantwortet. Ob der Nasdaq-100 seine Rekordhochs nachhaltig verteidigen kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die Ausgabenpläne der großen Technologiekonzerne im KI-Bereich weiterentwickeln.

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