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NASA erweitert Artemis-Programm mit neuer Mission gegen China

Die US-Raumfahrtbehörde plant für 2027 eine zusätzliche Mission und verschiebt die bemannte Mondlandung auf 2028.

NASA erweitert Artemis-Programm mit neuer Mission gegen China

Die NASA hat ihr Artemis-Mondprogramm grundlegend neu strukturiert und dabei eine völlig neue Mission für das Jahr 2027 angekündigt. Diese soll Andockmanöver von Raumfahrzeugen in der Erdumlaufbahn testen – ein entscheidender Schritt, bevor erstmals seit über 50 Jahren wieder Astronauten den Mond betreten sollen. Hintergrund der Umstrukturierung ist auch der wachsende Wettbewerb mit China, das bis 2030 eigene Astronauten auf den Mond bringen will.

US-Sicherheitsexperten hatten zuvor gefordert, dass die NASA zusätzliche Tests durchführt, bevor sie mit einer bemannten Mondlandung fortfährt. Die aktualisierte Artemis-III-Mission sieht nun vor, dass die Orion-Kapsel mit Astronauten an Bord ihre Andockfähigkeit an eine oder beide Mondlandefähren in niedrigem Erdorbit demonstriert. Die eigentliche bemannte Mondlandung ist jetzt als Artemis IV für das Jahr 2028 geplant.

Milliarden-Vertrag mit Boeing gestrichen

Eine weitreichende Entscheidung betrifft den Rüstungskonzern Boeing: Die NASA strich einen rund zwei Milliarden US-Dollar schweren Vertrag zum Bau einer leistungsstärkeren Oberstufe für die Space Launch System-Rakete (SLS). Statt einer Aufrüstung der Rakete setzt die Behörde künftig auf eine höhere Produktions- und Flugrate des bestehenden SLS-Modells. Die Rakete gilt im Vergleich zu modernen Konkurrenzprodukten bisher als wenig wirtschaftlich.

Das SLS wird gemeinsam von Boeing und Northrop Grumman gebaut und trägt die Orion-Astronautenkapsel, die von Lockheed Martin gefertigt wird. Orion soll die Besatzung im Weltraum zu einer der Mondlandefähren transportieren. Für den Bau dieser Landefähren konkurrieren SpaceX unter Elon Musk und Blue Origin unter Jeff Bezos – beide wollen die erste NASA-Mondlandung für sich beanspruchen.

Artemis II als nächster Meilenstein

Noch vor der neuen Artemis-Mission steht im April der Start von Artemis II an. Bei diesem Flug werden vier Astronauten den Mond umrunden und anschließend sicher zur Erde zurückkehren – ohne Landung, aber als wichtiger Schritt in der Testreihe. Bereits 2022 absolvierte die NASA einen erfolgreichen unbemannten Testflug mit SLS und Orion.

Die Neuausrichtung des Artemis-Programms zeigt, wie ernst die USA den Wettlauf zum Mond nehmen. Für Investoren sind vor allem die Auswirkungen auf die beteiligten Rüstungs- und Raumfahrtkonzerne relevant: Boeing verliert einen Milliardenauftrag, während SpaceX und Blue Origin im Rennen um die Mondlandefähre weiter an Bedeutung gewinnen.

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