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Nahost-Krise und Ölpreisschock belasten den DAX zum Wochenstart

Gescheiterte Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran treiben den Ölpreis nach oben und drücken auf die Stimmung an den Aktienmärkten.

Nahost-Krise und Ölpreisschock belasten den DAX zum Wochenstart

Der deutsche Leitindex startet mit Verlusten in die neue Handelswoche. Broker IG taxiert den DAX vor dem Xetra-Auftakt auf 24.289 Punkte – ein Minus von 0,2 Prozent. Bereits am Freitag hatte der Index mit einem Abschlag von 1,3 Prozent auf 24.338 Zähler geschlossen, konnte auf Wochensicht aber noch ein kleines Plus von 0,2 Prozent retten.

Auslöser der neuen Unsicherheit ist erneut der Nahe Osten. US-Präsident Donald Trump wies am Sonntag die iranische Antwort auf einen amerikanischen Friedensvorschlag als inakzeptabel zurück. Die gescheiterten Verhandlungen schüren bei Investoren die Angst vor einer weiteren Eskalation des Konflikts.

Ölpreis springt kräftig an

Der Rohölmarkt reagiert prompt und deutlich. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,1 Prozent auf 104,47 Dollar je Barrel, US-Leichtöl der Sorte WTI legte um 3,2 Prozent auf 98,51 Dollar zu. Hintergrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel. Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser bezifferte den Ausfall in den vergangenen zwei Monaten auf rund eine Milliarde Barrel Öl.

"Das Risiko einer stärkeren Preisbewegung steigt mit jeder Woche, in der die Straße von Hormus geschlossen bleibt", warnte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Die Analysten der Helaba sehen vorerst kein Ende der Volatilität: "Stand heute werden die kriegsbedingten Schwankungen zwischen Risk-on und Risk-off anhalten, bis ein Friedensabkommen in Kraft tritt."

Für die laufende Woche dürfte der DAX damit vor allem am Nachrichtenfluss aus dem Nahen Osten und an der Entwicklung des Ölpreises hängen. Impulse könnten aber auch aus der Bilanzsaison kommen. Mit Bayer, Münchener Rück, Deutsche Telekom, Allianz und Siemens stehen in den kommenden Tagen Geschäftsberichte mehrerer DAX-Schwergewichte an.

DAX-Konzerne enttäuschen, Europa überrascht positiv

Die bisherige Berichtssaison zeichnet ein gemischtes Bild. "Die europäischen Unternehmen konnten in der Berichtssaison zwar nicht mit den USA mithalten, aber doch positiv überraschen", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Für die DAX-Konzerne fällt sein Urteil jedoch kritischer aus: Deutschland hinke wirtschaftlich hinterher, und auch die jüngste Steuerschätzung weise auf Haushaltslöcher und umfassenden Reformbedarf hin.

Zusätzlich rückt China in den Fokus der Finanzmärkte. Trump wird von Mittwoch bis Freitag zu einem Staatsbesuch in Peking erwartet, wo er mit Präsident Xi Jinping unter anderem über Handel und Künstliche Intelligenz sprechen will. Die gestiegenen globalen Energiekosten machen sich auch in der Volksrepublik bemerkbar: Die chinesischen Erzeugerpreise stiegen im April um 2,8 Prozent – der höchste Stand seit fast vier Jahren.

US-Inflationsdaten am Dienstag im Blick

Wichtige Orientierung für die Märkte liefern am Dienstag die US-Inflationsdaten für April. Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, betont die politische Brisanz der Zahlen für Trump: Der Präsident brauche baldmöglichst niedrigere Inflationsraten, um bei den Zwischenwahlen im November die republikanische Mehrheit in den Kongresskammern verteidigen zu können. Der bisherige Trend stimmt jedoch wenig optimistisch: "Die US-Inflationszahlen für den April dürften sich eher der Vier- als der Dreiprozentmarke nähern", so Greil.

Auch an den asiatischen Börsen spiegelt sich die Verunsicherung wider. In Tokio gab der Nikkei-225 um 0,4 Prozent auf 62.486 Punkte nach, der breiter gefasste Topix blieb nahezu unverändert bei 3.830 Zählern. Freundlicher präsentierten sich dagegen die chinesischen Märkte: Die Börse Shanghai gewann 0,7 Prozent auf 4.208 Punkte, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,1 Prozent auf 4.924 Zähler.

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