Nahost-Abkommen beflügelt Märkte: Dow auf Rekordhoch, Ölpreis fällt
Ein US-Iran-Rahmenabkommen sorgt für Aufwind an den Börsen, sinkende Ölpreise und eine globale Erholungsrally.

Die Finanzmärkte starteten mit kräftigem Rückenwind in die neue Handelswoche. Auslöser ist ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Nahost-Krieges. Der Dow Jones Industrial Average erreichte ein neues Rekordhoch, Technologiewerte legten kräftig zu, und der Nasdaq verzeichnete seine beste Tagesperformance seit Ende März.
Gleichzeitig gaben die Rohölpreise deutlich nach. An der New Yorker Börse schlossen die Ölpreise am Montag rund 5% niedriger, stabilisierten sich jedoch im frühen asiatischen Handel am Dienstag wieder. Auch die Anleiherenditen begannen zu sinken, da Marktteilnehmer erwarten, dass geplante Zinserhöhungen zur Bewältigung kriegsbedingter Inflationsfolgen verschoben werden könnten.
Trump verkündet Einigung beim G7-Gipfel
Auf dem G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains bestätigte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Einigung. „Ich freue mich sehr, sagen zu können, dass es unterzeichnet ist. Das Abkommen ist komplett unterzeichnet. Und die Meerenge ist bereits teilweise geöffnet", erklärte Trump. Die formale Unterzeichnung ist für Freitag in Genf geplant.
US-Vizepräsident J. D. Vance äußerte sich gegenüber CNBC zuversichtlich über die Bedingungen des Deals. Er erwartet, dass die Straße von Hormus „langfristig gebührenfrei geöffnet wird". „Wir haben hier grundsätzlich alle Trümpfe in der Hand. Wir müssen den Iranern nichts geben, wenn sie nicht die Verpflichtungen eingehen, die wir langfristig für das Atomprogramm fordern", so Vance. Die vollständigen Details des Abkommens sollen nach der formalen Unterzeichnung am Freitag veröffentlicht werden.
Ereignisreiche Zentralbankwoche steht bevor
Vor dem Hintergrund der nachlassenden geopolitischen Spannungen steht eine dichte Zentralbankwoche an. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die Inflation eine typische Zeitverzögerung aufweist – die politischen Entscheidungsträger müssen erneut abwägen, ob Preissteigerungen vorübergehender Natur sind.
Die Bank of Japan (BOJ) wird voraussichtlich die Zinsen auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten anheben, während sie ihre Geldpolitik weiter normalisiert. Die Pressekonferenz nach der Sitzung wird von BOJ-Vizegouverneur Shinichi Uchida geleitet, da Gouverneur Kazuo Ueda erkrankt ist. Die Reserve Bank of Australia (RBA) hingegen dürfte nach drei aufeinanderfolgenden Erhöhungen eine Pause einlegen und Wachstumsrisiken gegen die Inflation abwägen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der US-Notenbank Fed: Kevin Warsh leitet seine erste Sitzung als Fed-Vorsitzender. Eine Zinsänderung wird bei diesem Treffen nicht erwartet, doch seine Prognosen werden von Marktteilnehmern genau beobachtet. Die positiven Entwicklungen rund um den Iran-Deal und sinkende Renditen dürften den Druck auf Warsh bei seinem Einstand etwas mildern.
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Zur AktienanalyseSpaceX, Nvidia und Fox sorgen für Schlagzeilen
Abseits der Geopolitik setzt sich die von Künstlicher Intelligenz und Technologie getriebene Börsenrally fort. SpaceX legte an seinem ersten vollen Handelstag um weitere 20% zu. Die Konsortialbanken übten die sogenannte „Greenshoe"-Option aus – ein Instrument zur Kursstabilisierung nach Börsengängen –, wodurch das Volumen des Börsengangs auf 85,7 Milliarden US-Dollar stieg. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit bei über 2,5 Billionen US-Dollar.
Nvidia plant unterdessen seinen ersten Anleiheverkauf seit 2021. Der Chiphersteller will mindestens 20 Milliarden US-Dollar am Anleihemarkt aufnehmen und schließt sich damit dem KI-getriebenen Kreditboom an. Ebenfalls für Aufsehen sorgt die Medienbranche: Fox Corp. übernimmt den Streaming-Gerätehersteller Roku für rund 22 Milliarden US-Dollar. Fox zahlt 160 US-Dollar je Aktie in einer kombinierten Bar- und Aktientransaktion und finanziert den Baranteil durch vorhandene Mittel sowie neue Schulden. Für die Transaktion hat Fox einen Kredit in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar erhalten. Die Übernahme gilt als weiteres Kapitel der anhaltenden Konsolidierung in der Medienbranche.


