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N26 erreicht erstmals Quartalsgewinn in der Firmengeschichte

Smartphone-Bank steigert Kundenbasis und plant Geschäftskonten für Unternehmen

N26 erreicht erstmals Quartalsgewinn in der Firmengeschichte

Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat im dritten Quartal erstmals einen Gewinn erzielt. Das operative Ergebnis belief sich auf 2,8 Millionen Euro, und auch im vierten Quartal wird ein Überschuss erwartet. Für das gesamte Geschäftsjahr prognostiziert N26 einen Jahresfehlbetrag von etwas über 20 Millionen Euro, deutlich weniger als die 102,4 Millionen Euro im Vorjahr. Aufgrund einer bilanztechnischen Maßnahme könnte dieser Verlust weiter sinken. Konkret nannte das Unternehmen jedoch keinen finalen Fehlbetrag.

Die Bank, die auf digitale Kontoführung spezialisiert ist, konnte zudem von der Aufhebung eines früheren Wachstumslimits durch die BaFin profitieren. Dieses Limit hatte die Behörde 2021 aufgrund von Mängeln im Risikomanagement eingeführt und erst 2023 schrittweise gelockert. Seit Juni darf N26 wieder unbegrenzt Neukunden gewinnen. Aktuell verzeichnet die Bank monatlich mehr als 200.000 Neuanmeldungen, was deutlich über den Zahlen der Wachstumsbeschränkungszeit liegt. Die Zahl der ertragsrelevanten Kunden wird Ende 2024 auf 4,8 Millionen geschätzt, nach 4,2 Millionen im Vorjahr.

Der Umsatz der Bank stieg ebenfalls deutlich. Die Bruttoerträge sollen im laufenden Jahr um knapp 40 Prozent auf rund 440 Millionen Euro anwachsen. Ein großer Teil des Umsatzes stammt aus Provisionen und Abo-Gebühren. Während 2023 noch 60 Prozent des Bruttoertrags auf Provisionen entfielen, wird für dieses Jahr ein Anteil von etwa 50 Prozent aus Zinserträgen erwartet. Die Kundeneinlagen sollen auf insgesamt zehn Milliarden Euro steigen, auch dank eines neuen Zinsangebots. Kunden mit einer Premiummitgliedschaft erhalten Zinsen von bis zu 2,5 Prozent, während Standardkunden etwa ein Prozent Zinsen erhalten.

N26 plant zudem, im ersten Quartal des nächsten Jahres ein Geschäftskonto für kleine und mittelständische Unternehmen einzuführen. Eine Warteliste für Interessenten wurde bereits eröffnet. Die ersten Geschäftskonten sollen kostenlos sein, spätere Tarife werden zwischen 200 und 300 Euro liegen, abhängig von den angebotenen Funktionen.

Zusätzlich hat die Bank ihre Investitionen in Compliance und Infrastruktur zur Bekämpfung von Finanzkriminalität reduziert. Diese Maßnahmen hatten 2022 noch 80 Millionen Euro gekostet, wurden 2023 jedoch deutlich gesenkt. Insgesamt zeigt sich N26 optimistisch, dass es den Übergang von einem verlustreichen Fintech zu einem profitablen Unternehmen erfolgreich vollziehen kann.

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