Munich Re prüft Verkauf von Amprion-Anteilen
Milliardeninvestitionen und steigende Zinsen belasten Netzbetreiber und Investoren

Der Rückversicherer Munich Re erwägt einem Bericht zufolge, seine Beteiligung am Stromnetzbetreiber Amprion zu veräußern. Der Vermögensverwalter des Unternehmens, MEAG, prüft Insidern zufolge sowohl einen vollständigen Verkauf der Beteiligung als auch die Aufnahme eines Co-Investors, der sich an den notwendigen finanziellen Investitionen beteiligt. Diese Optionen stehen im Zusammenhang mit den umfangreichen Investitionen, die der Ausbau der Stromnetze erfordert.
Die MEAG hält 18,6 Prozent an der M 31 Beteiligungsgesellschaft, die wiederum 74,9 Prozent an Amprion besitzt, was einer direkten Beteiligung von 13,9 Prozent entspricht. Weitere Anteilseigner der M 31 Beteiligungsgesellschaft sind die Versicherer Swiss Life und Talanx. Die MEAG lehnte es ab, sich zu den Berichten zu äußern. Der Marktwert der Beteiligung wird von Analysten auf rund 886 Millionen Euro geschätzt, basierend auf einer Bewertung des Gesamtunternehmens.
Auch andere Anteilseigner prüfen mögliche Veränderungen ihrer Beteiligungen. Der Energiekonzern RWE, der 25,1 Prozent an Amprion hält, hat erklärt, sämtliche Optionen zu bewerten. RWE betrachtet seinen Anteil an Amprion als reine Finanzbeteiligung, deren Wert von Analysten auf etwa 1,6 Milliarden Euro geschätzt wird.
Amprion betreibt ein Übertragungsnetz mit einer Länge von rund 11.000 Kilometern und plant Investitionen in Höhe von 27,5 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Gesamtkosten für den Ausbau der Verteil- und Übertragungsnetze in Deutschland bis zum Jahr 2045 etwa 450 Milliarden Euro erreichen könnten. Diese Investitionen gelten als vergleichsweise sicher, da sie durch regulatorische Vorgaben unterstützt werden. Dennoch könnten steigende Zinsen die Renditen unter Druck setzen.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklungen bei Amprion spiegeln die Herausforderungen wider, die mit der Finanzierung und Umsetzung der Energiewende in Deutschland verbunden sind. Unternehmen wie Amprion spielen eine zentrale Rolle im Ausbau der Stromnetzinfrastruktur, die notwendig ist, um die Ziele für erneuerbare Energien und die Reduktion von CO₂-Emissionen zu erreichen. Gleichzeitig wird die Finanzierungsfrage für alle Beteiligten zunehmend relevant.

