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Morgan Stanley warnt: US-Politik könnte Entdollarisierung beschleunigen

Die US-Investmentbank Morgan Stanley sieht in der aktuellen US-Politik einen möglichen Beschleuniger für den Übergang zu einer multipolaren Währungsordnung. Gold überholt erstmals seit 1996 US-Staatsanleihen in den Reserven ausländischer Zentralbanken.

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Morgan Stanley warnt: US-Politik könnte Entdollarisierung beschleunigen

In einem aktuellen Bericht warnt Morgan Stanley vor den Auswirkungen der US-Politik auf die globale Rolle des Dollars. Die Bank sieht in der zunehmenden politischen Unsicherheit einen Faktor, der den bereits seit 25 Jahren andauernden Abwärtstrend des Dollars als Reservewährung beschleunigen könnte. "Per Saldo glauben wir, dass diese Faktoren neutral sind oder diesen Übergang weg vom Dollar leicht beschleunigen", heißt es in der Analyse.

Gold als größter Herausforderer

Erstmals seit 1996 halten ausländische Zentralbanken mehr Gold als US-Staatsanleihen in ihren Reserven. Der Wert der Goldreserven beträgt mittlerweile rund 4 Billionen Dollar, während die US-Staatsanleihen bei 3,9 Billionen Dollar liegen. Diese Verschiebung ist auf die Verdoppelung des Goldpreises in den letzten 18 Monaten zurückzuführen. Morgan Stanley bezeichnet Gold als den "größten Herausforderer" des Dollars, auch wenn es keine offensichtliche alternative globale Reservewährung gebe.

Mehrere Risikofaktoren belasten den Dollar

Die Bank identifiziert mehrere Herausforderungen für die Dominanz des Dollars. Dazu zählen die hohe US-Staatsverschuldung und Zweifel an deren Tragfähigkeit. Auch der zunehmende politische Druck auf die Federal Reserve und die Unabhängigkeit wichtiger Institutionen werden als Risikofaktoren genannt. Besonders kritisch sieht Morgan Stanley den Einsatz von Zöllen als politisches Druckmittel, wie er sich aktuell im Konflikt um Grönland zeigt.

NATO-Spannungen als zweischneidiges Schwert

Die aktuellen Spannungen innerhalb der NATO haben laut Morgan Stanley einen ambivalenten Effekt auf den Dollar. Frühere Analysen zeigten, dass stabile Allianzen die Reserven der Führungswährung um etwa 30 Prozentpunkte steigern können. Ein Zerfall der NATO wäre daher nachteilig für den Dollar. Andererseits könnte ein zunehmend unsicheres geopolitisches Umfeld eine "Flucht in Qualität" auslösen und die Nachfrage nach dem Dollar als sicheren Hafen stützen.

Kurzfristige Entwicklung entscheidend

Morgan Stanley betont, dass die kurzfristige Entwicklung der politischen Faktoren entscheidend für das Ausmaß der Verschiebung weg vom Dollar sein wird. Der Übergang zu einer multipolaren Welt sei bereits im Gange, doch die Geschwindigkeit dieses Prozesses hänge maßgeblich von den politischen Entscheidungen der kommenden Monate ab. Besonders die angekündigten Äußerungen zur Grönland-Akquisition könnten weitere Unsicherheit schaffen und den Trend zur Entdollarisierung verstärken.

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