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Morgan Stanley sieht weiteres Potenzial bei Deeskalations-Rotationshandel

Nach der US-Iran-Absichtserklärung identifiziert Morgan Stanley taktische Aufholchancen in EEMEA-Märkten – besonders in Südafrika und den VAE.

Morgan Stanley sieht weiteres Potenzial bei Deeskalations-Rotationshandel

Morgan Stanley sieht im Rotationshandel nach der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran noch weiteres Potenzial. Die US-Investmentbank hat Aktien in den EEMEA-Märkten – also Osteuropa, Naher Osten und Afrika – identifiziert, die nach wie vor deutlich von ihrem Niveau vor dem Konflikt abweichen. Damit signalisiert die Bank, dass die Bewegung an den betroffenen Märkten noch nicht ausgereizt ist.

Analyst Matthew Nguyen erklärte Anlegern in einer Mitteilung vom Dienstag, dass Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Südafrika, Ungarn und der Türkei sowie Immobilienwerte aus den VAE die Hauptprofiteure des Deeskalationshandels waren. Energie- und Chemiewerte blieben hingegen im Rückstand. Als Grund nannte Nguyen, dass das geringere geopolitische Risiko die Attraktivität ölnaher Sektoren mindere.

Südafrika mit den überzeugendsten Aufholchancen

Da die anfängliche Marktdynamik nachlässt, hat Morgan Stanley Gewinner und Verlierer erneut bewertet. Ziel ist es, zwischen „taktischen Aufholchancen" und „anhaltenden Nachzüglern" zu unterscheiden. Südafrika wurde dabei als das Land mit den überzeugendsten Aufholchancen hervorgehoben.

Konkret merkte Morgan Stanley an, dass Edelmetalle aufgrund eines als restriktiver wahrgenommenen Kurses der US-Notenbank Fed erneut unter Druck geraten sind. Dies schaffe Raum für eine taktische Erholung bei Gold- und Platingruppenmetall-Minenbetreibern (PGM). Die Bank bevorzugt dabei Gold weiterhin gegenüber PGM-Werten.

VAE und Türkei mit Erholungspotenzial

Aktien aus den VAE haben sich laut Morgan Stanley zwar deutlich erholt, aber weniger als die Hälfte ihres konfliktbedingten Rückgangs wettgemacht. Die Bank bevorzugt weiterhin Abu Dhabi gegenüber Dubai – begründet durch die stärkere staatliche Unterstützung und das größere Energie-Engagement der Emiratshauptstadt.

Auch türkische Banken haben sich erholt. Analyst Nguyen betonte jedoch, dass weiteres Aufwärtspotenzial zunehmend von einem anhaltenden Vertrauen in den Disinflationsprozess abhängen wird. Die CEEMEA-Ökonomen der Bank erwarten, dass der Zinssenkungszyklus in der Türkei erst im vierten Quartal 2026 wieder aufgenommen wird – ein wichtiger Faktor für die Bewertung türkischer Finanzwerte.

Saudische Energie- und Chemiewerte als Sonderfall

Saudische Energie- und Chemiewerte, darunter Yansab, Saudi Kayan und Petro Rabigh, notieren weiterhin über dem Niveau von vor dem Konflikt. Morgan Stanley charakterisierte dies eher als taktische Underperformance denn als strukturelles Problem. Diese Einschätzung ist für Anleger relevant, die zwischen kurzfristigen Kursrückgängen und langfristigen Schwächen unterscheiden wollen.

Insgesamt zeichnet Morgan Stanley ein differenziertes Bild der EEMEA-Märkte nach der geopolitischen Entspannung. Während einige Sektoren bereits stark aufgeholt haben, sieht die Bank in ausgewählten Bereichen – insbesondere südafrikanischen Edelmetallproduzenten und VAE-Aktien – noch unausgeschöpftes Erholungspotenzial. Anleger sollten dabei die jeweiligen makroökonomischen Rahmenbedingungen, wie die Geldpolitik der Fed und den türkischen Disinflationspfad, im Blick behalten.

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