Morgan Stanley: Selektives Wachstum im Lateinamerika-Einzelhandel
Morgan Stanley sieht für 2026 ein selektives Wachstum im lateinamerikanischen Einzelhandel. Während Zinssenkungen in Brasilien Rückenwind geben, bremst schwacher Konsum eine breite Erholung.

Morgan Stanley erwartet für den lateinamerikanischen Einzelhandel und E-Commerce im Jahr 2026 ein selektives Wachstum. Die US-Investmentbank setzt dabei auf aktienspezifische Treiber statt auf einen breiten Aufschwung. In Brasilien dürfte das reale Konsumwachstum unter 1% fallen, da hohe Zinsen und eine schwächelnde Lohnsumme die Nachfrage belasten.
Die Analysten nahmen umfangreiche Anpassungen an ihren Ratings vor: C&A Modas wurde auf "Overweight" hochgestuft, während GPA (auch bekannt als CBD) auf "Underweight" herabgestuft wurde. Azzas 2154 erhielt nur noch ein "Equal Weight"-Rating. Bestätigt wurden die "Overweight"-Einschätzungen für MercadoLibre, Lojas Renner und Vivara sowie die "Underweight"-Ratings für Magazine Luiza und Grupo Casas Bahia.
E-Commerce als Wachstumstreiber
Trotz der gedämpften Gesamtaussichten sieht Morgan Stanley "Wachstumsinseln" im E-Commerce und in Einkaufszentren. Für den Online-Handel prognostiziert die Bank ein jährliches Wachstum von 16% in US-Dollar. Der Markt soll damit auf über 230 Milliarden Dollar anwachsen, was einer E-Commerce-Durchdringung von 15,4% des gesamten Einzelhandelsvolumens entspricht.
Verbesserungen bei Produktauswahl, Logistik und Technologie dürften die Online-Nachfrage weiter stützen. MercadoLibre bleibt der Top-Pick der Analysten, gestützt durch Größe, Logistikdichte und die Integration von Fintech-Diensten. Für 2026 erwartet Morgan Stanley eine Beschleunigung der Rentabilität mit einem EBIT-Wachstum von 43%, hauptsächlich getrieben durch Werbeeinnahmen und das Kreditgeschäft.
Bekleidungssektor zeigt Resilienz
Im Textilhandel hebt Morgan Stanley die widerstandsfähige Kundenfrequenz in Einkaufszentren in Brasilien und Mexiko hervor. Der fragmentierte Markt biete Raum für Marktanteilsgewinne. Die Hochstufung von C&A Modas begründet die Bank mit verbesserter operativer Umsetzung und attraktiver Bewertung.
Vorsichtiger zeigt sich Morgan Stanley bei Azzas 2154, wo operative Störungen und begrenzte Sichtbarkeit bei Integrationsvorteilen zur Herabstufung führten. GPA erhielt ein "Underweight"-Rating aufgrund hoher Verschuldung und Eventualverbindlichkeiten, die das Nettoergebnis belasten dürften.
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Zur AktienanalyseArgentinien als Wildcard
Ein Engagement in Argentinien biete Aufwärtspotenzial, falls sich die makroökonomischen Bedingungen nach den Zwischenwahlen im Oktober 2025 normalisieren sollten. Dies würde vor allem MercadoLibre und Cencosud zugutekommen. Das Basisszenario von Morgan Stanley bleibt jedoch selektives statt breit angelegtes Wachstum für die gesamte Region.


