Morgan Stanley: Rolls-Royce und Rheinmetall sind Top-Picks im Rüstungssektor
US-Investmentbank setzt vor Geschäftsjahresergebnissen auf britischen Triebwerkshersteller und deutschen Rüstungskonzern.

Morgan Stanley zeigt sich optimistisch für europäische Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsunternehmen vor den anstehenden Geschäftsjahresergebnissen 2025. Analyst Ross Law erwartet, dass die meisten Unternehmen die Gewinnschätzungen erfüllen oder übertreffen werden. Dabei verweist er darauf, dass die Ausblicke der Unternehmensführungen für 2026 wichtiger sein werden als die reinen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr.
Rolls-Royce avanciert zum neuen Favoriten im Luftfahrtsektor. Der britische Triebwerkshersteller sei "am besten positioniert, die Erwartungen zu übertreffen", so Law. Das Unternehmen könnte seine mittelfristige Prognose anheben und eine neue Aktienrückkaufpolitik ankündigen. Das Aufwärtspotenzial resultiere aus Kapitalrückführungen und einer sich verbessernden Performance im Aftermarket-Geschäft.
Auch Airbus steht im Fokus der Analysten. Morgan Stanley prognostiziert für das Geschäftsjahr 2026 rund 900 Flugzeugauslieferungen. Als wichtigstes Aufwärtsrisiko gilt eine mögliche Ankündigung eines Aktienrückkaufs. Das Unternehmen werde 2026 weitere Fortschritte beim Produktionshochlauf demonstrieren, unterstützt durch eine verbesserte Lieferketten-Performance. Allerdings dürfte die Lieferprognose durch die Verschiebung von 25 bis 30 Flugzeugen aus 2025 risikobereinigt werden.
Rüstungssektor profitiert von geopolitischen Spannungen
Im Verteidigungsbereich sieht Law einen Wandel "von Zusagen zu Verträgen". Der starke Jahresbeginn resultiere weniger aus überzogenen Gewinnerwartungen als vielmehr aus einer Erholung von der Schwäche Ende 2025 sowie steigenden geopolitischen Spannungen. Höhere europäische Verteidigungsbudgets führten zu einer stärkeren Auftragsdynamik und besserer Gewinnsichtbarkeit.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseRheinmetall bleibt der Top-Pick im Rüstungsbereich. Der Analyst verweist auf klare Auftragskatalysatoren und eine attraktive Bewertung des deutschen Konzerns. BAE Systems wird ebenfalls bevorzugt, da das britische Unternehmen über Regionen und Programme hinweg gut diversifiziert sei - auch wenn konservative Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 erwartet werden.
Leonardo zählt weiterhin zu den favorisierten Namen. Law hebt laufende Eigeninitiativen zur Verbesserung sowie den noch ausstehenden Aerostructures-Deal hervor. Hensoldt stufte der Analyst von "Underweight" auf "Equal-weight" hoch und begründete dies mit einer Neuausrichtung der Erwartungen und einer Neubewertung der Aktien des deutschen Rüstungselektronik-Spezialisten.


