Morgan Stanley nimmt BioMar mit „Equal-weight" und 121 Kronen Kursziel auf
Kosteninflation bei Rohstoffen und El-Niño-Risiken bremsen die kurzfristigen Gewinnaussichten des dänischen Futtermittelherstellers.

Morgan Stanley hat am Mittwoch die Beobachtung der dänischen BioMar Group mit der Einstufung „Equal-weight" aufgenommen. Das Kursziel liegt bei 121 Dänischen Kronen. Die Aktie schloss zuletzt bei 111,80 Kronen, was einem Aufwärtspotenzial von rund 8 % entspricht.
Die US-Investmentbank begründet die neutrale Haltung damit, dass die Aktie im Vergleich zur Konkurrenz „fair bewertet" sei – trotz eines starken mittelfristigen Wachstumsprofils. Beim Kursziel von 121 Kronen wird BioMar mit dem 12,2-fachen des geschätzten EV/EBIT für 2026 gehandelt, was laut Morgan Stanley „weitgehend im Einklang mit der Vergleichsgruppe der Chemiedistributoren" steht.
Kosteninflation und El-Niño als zentrale Risiken
Die Analysten betonen zwar, dass ihnen die „fundamentalen Aussichten und das eigenständige Profil von BioMar" gefielen, bleiben kurzfristig jedoch „an der Seitenlinie". Ausschlaggebend dafür ist die erhebliche Inflation bei den Vorprodukten. Morgan Stanley schätzt die Inflation des Rohstoffkorbs im zweiten Quartal 2026 auf 20,5 %. Besonders stark gestiegen sind die Preise für Fischmehl aus Peru mit einem Plus von 52 % im Jahresvergleich sowie für Rapsöl mit einem Anstieg von 18 %.
BioMar hat Kostensteigerungen bei Vorprodukten in der Vergangenheit erfolgreich an Kunden weitergegeben – in der Regel mit einer Verzögerung von einem Quartal. Morgan Stanley gibt jedoch zu bedenken, dass das schwächere Preisumfeld für norwegischen Lachs die vollständige Weitergabe unsicherer mache. Rund 51 % des Umsatzes der Lachssparte werden in Norwegen erzielt.
Zusätzlich hat die US-Wetterbehörde NOAA ihr ENSO-Warnsystem auf eine El-Niño-Warnung hochgestuft. Prognosen deuten auf eine Wahrscheinlichkeit von 63 % für ein sehr starkes Ereignis hin. Dies birgt laut Morgan Stanley zusätzliche Risiken für das Angebot an marinen Inhaltsstoffen, die Nachfrage nach Garnelenfutter in Lateinamerika sowie die Nachfrage nach Lachsfutter in Chile.
Starkes Wachstumspotenzial bis 2030
Mittelfristig zeigt sich Morgan Stanley deutlich optimistischer. Die Bank prognostiziert für BioMar bis 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) beim Umsatz von 6 % und beim bereinigten Gewinn je Aktie von 13 %. Als Wachstumstreiber nennt die Bank vor allem die Kapazitätserweiterung bei Garnelen in Ecuador: Bis zum vierten Quartal 2026 ist dort ein neues Werk mit einer Kapazität von 110.000 Tonnen geplant, was die Gesamtkapazität auf 410.000 Tonnen erhöht. Hinzu kommen die Erschließung des chinesischen Marktes für ausgewählte Arten sowie höhere Verkäufe von funktionellen Inhaltsstoffen.
Die Bewertung von Morgan Stanley kombiniert zwei Methoden: Ein Discounted-Cashflow-Modell (DCF) mit einer langfristigen Wachstumsrate von 3 % und gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) von 6,6 % ergibt einen Wert von 113 Kronen je Aktie. Eine multiplikatorbasierte Bewertung auf Basis eines EV/EBIT-Multiples von 12,2 – abgeleitet von Chemiedistributoren, Lachszüchtern und ausgewählten Inhaltsstoffherstellern – kommt auf 128 Kronen.
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Zur AktienanalyseSzenarien: Von 82 bis 143 Kronen
Im optimistischen Szenario (Bull Case) unterstellt Morgan Stanley eine Volumen-CAGR von 6 % sowie operative Hebeleffekte durch funktionelle Inhaltsstoffe und die Einführung akustischer Fütterungstechnologie. Dies würde einem Wert von 143 Kronen entsprechen, was dem 14-fachen des EV/EBIT für 2026 entspricht.
Das pessimistische Szenario (Bear Case) geht hingegen von einer CAGR von lediglich 3 % ohne operative Hebeleffekte aus. In diesem Fall ergibt sich ein Wert von 82 Kronen beim 9-fachen des EV/EBIT für 2026. Die Bandbreite der Szenarien verdeutlicht, wie stark die kurzfristigen Risiken durch Rohstoffkosten und Wetterereignisse die Bewertung beeinflussen können.


