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Morgan Stanley: KI-Anleger schichten von Chips zu Hyperscalern um

Die jüngste Schwäche bei Halbleiteraktien signalisiert laut Morgan Stanley eine breitere Marktrotation hin zu Hyperscalern und anderen Sektoren.

Morgan Stanley: KI-Anleger schichten von Chips zu Hyperscalern um

Morgan Stanley sieht in der aktuellen Schwäche bei US-Halbleiteraktien ein klares Signal für eine Ausweitung der Marktgewinne. Das Brokerhaus erklärte am Montag, dass Anleger sich verstärkt KI-„Hyperscalern" sowie zyklischen Konsumgütern, Transportwerten und Biotechnologie-Aktien zuwenden dürften. Die Rotation weg vom bislang dominierenden Chip-Sektor könnte damit eine neue Phase des KI-Investmentzyklus einläuten.

Hyperscaler – ein Branchenbegriff für Technologieunternehmen, die massiv in Rechenzentren investieren – stehen dabei im Mittelpunkt der erwarteten Umschichtung. Unternehmen wie Alphabet und Amazon haben Milliarden in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur investiert, was die Aktienkurse von Halbleiterunternehmen in den vergangenen Monaten stark beflügelt hatte. Ein klarer Beweis dafür, dass KI-Produkte Renditen erwirtschaften können, die diese enormen Ausgaben rechtfertigen, steht laut Morgan Stanley jedoch noch aus.

Halbleiter-Index verliert über 11 Prozent in zwei Wochen

Die Zahlen verdeutlichen die Dynamik: Alphabet, Amazon, Meta Platforms und andere Hyperscaler verzeichneten im Juni noch starke Verkäufe, während der Philadelphia SE Semiconductor Index im selben Monat um 11 Prozent kletterte. Das Bild hat sich seither gedreht – der Chip-Index ist in den letzten zwei Wochen um über 11 Prozent gefallen. Der Roundhill Magnificent Seven ETF, der als Proxy für die sieben größten Technologieunternehmen an der Wall Street gilt, konnte dagegen einen Teil seiner Verluste wieder aufholen.

Morgan Stanley betonte zudem, dass die Aktien der Hyperscaler ihre Phase der Underperformance bereits hinter sich gelassen haben. Kurzfristig könnte es laut dem Brokerhaus zu einer „stärkeren Disziplin bei den Investitionsausgaben (Capex)" kommen – ein Hinweis darauf, dass die großen Technologiekonzerne ihre milliardenschweren KI-Ausgaben möglicherweise kritischer hinterfragen.

Zinspolitik und Ölpreise als zusätzliche Treiber

Neben dem Wandel im KI-Zyklus nennt Morgan Stanley weitere Faktoren, die die Rotation aus dem Chip-Sektor antreiben. Zurückgehende Markterwartungen hinsichtlich Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve sowie sinkende Rohölpreise begünstigen demnach die Umschichtung in andere Bereiche. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da ein lockereres Zinsumfeld in den USA typischerweise wachstumsorientierte und zyklische Sektoren begünstigt.

Von dieser Rotation könnten laut Morgan Stanley neben den Hyperscalern auch zyklische Konsumgüter, Transportwerte und Aktien aus dem Biotechnologie-Sektor profitieren. Die Analyse des Brokerhauses deutet damit auf eine breitere Marktdiversifizierung hin – weg von der engen Konzentration auf den Halbleitersektor, der den KI-Boom bislang maßgeblich angeführt hatte. Für Anleger könnte dies ein Signal sein, ihre Portfoliogewichtung im Technologiebereich kritisch zu überprüfen.

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