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Morgan Stanley: Höhere Renditen belasten KI-Aktien trotz starker Gewinne

Anleiherenditen setzen KI-Momentum-Aktien unter Druck, doch robuste Gewinne und moderate Bewertungen sprechen für selektives Engagement.

Morgan Stanley: Höhere Renditen belasten KI-Aktien trotz starker Gewinne

Analysten von Morgan Stanley haben festgestellt, dass steigende Anleiherenditen Momentum-Aktien aus dem KI-Sektor zuletzt unter erheblichen Druck gesetzt haben. Gleichzeitig betonen die Experten, dass robuste Gewinne, eine begrenzte Volatilität und moderate Bewertungen ein weiterhin selektives Engagement in diesem Faktor rechtfertigen. Die Einschätzung liefert deutschen Privatanlegern wichtige Orientierung in einem turbulenten Marktumfeld.

Ein zentrales Argument der Analysten: KI-Momentum-Aktien sind im historischen Vergleich nicht übermäßig teuer. Die Bewertungen liegen nahe dem 49. Perzentil ihrer historischen Spanne – ein Niveau, das darauf hindeutet, dass der jüngste Ausverkauf nicht durch extreme Bewertungsniveaus ausgelöst wurde. Für Anleger bedeutet dies, dass die Korrektur eher technischer als fundamentaler Natur ist.

Gewinne bleiben das entscheidende Fundament

Die Gewinndaten aus dem KI-Themenportfolio von Morgan Stanley zeichnen ein ermutigtes Bild. Der Anteil der US-Titel, die den Konsens beim Gewinn pro Aktie übertreffen, bleibt hoch und übertrifft weiterhin das breitere MSCI U.S. Universum. Dies ist ein starkes Signal dafür, dass die fundamentale Stärke der KI-Unternehmen intakt ist.

Morgan Stanley erklärt die jüngste Schwäche der Momentum-Aktien daher primär durch zwei Faktoren: eine zinsbedingte Kompression der Bewertungsmultiplikatoren sowie Positionierungsdruck. Eine Verschlechterung der Gewinnentwicklung liegt hingegen nicht vor. Diese Unterscheidung ist für Anleger wesentlich, da sie die Qualität der zugrunde liegenden Unternehmen von kurzfristigen Marktbewegungen trennt.

Das Fehlen von Bewertungsüberschüssen kombiniert mit der anhaltenden Unterstützung durch die Gewinne verringert laut Morgan Stanley das Risiko einer längeren Momentum-Korrektur. Ein dauerhafter Rückgang würde nach Einschätzung der Bank entweder einen weiteren erheblichen Anstieg der Anleiherenditen oder eine grundlegende Abschwächung der KI-Gewinnthese erfordern – beides ist derzeit nicht das Basisszenario.

Earnings Window Momentum als Alternative für Anleger

Für Investoren, die ihr Momentum-Engagement aufrechterhalten, aber die Abhängigkeit von überfüllten KI-Gewinnern reduzieren möchten, empfiehlt Morgan Stanley die sogenannte „Earnings Window Momentum"-Strategie. Diese Strategie verzeichnete während des jüngsten Ausverkaufs einen deutlich geringeren Rückgang als das traditionelle 12-Monats-Kursmomentum. Sie gilt damit als nützliches Instrument zur Risikosteuerung innerhalb des KI-Segments.

Hintergrund für deutsche Anleger: Momentum-Strategien setzen auf Aktien, die in einem bestimmten Zeitraum eine überdurchschnittliche Kursentwicklung gezeigt haben. Im KI-Sektor haben viele dieser Titel in den vergangenen Jahren enorme Kursgewinne erzielt, was sie besonders anfällig für Zinsanstiege macht – denn höhere Renditen senken den Barwert zukünftiger Gewinne und belasten damit wachstumsstarke Aktien überproportional.

Die Analyse von Morgan Stanley liefert insgesamt ein differenziertes Bild: Kurzfristiger Gegenwind durch steigende Zinsen trifft auf eine fundamental intakte Gewinnentwicklung. Wer selektiv und mit der richtigen Strategie vorgeht, muss den KI-Sektor nicht meiden – sollte aber die Abhängigkeit von einzelnen, stark positionierten Titeln im Blick behalten.

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