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Morgan Stanley hebt Brent-Prognose auf 60 Dollar

OPEC+-Förderpause und Russland-Sanktionen beeinflussen Ölmarktentwicklung bis 2026

Morgan Stanley hebt Brent-Prognose auf 60 Dollar

Morgan Stanley hat seine Prognose für den Brent-Ölpreis im ersten Halbjahr 2026 auf 60 US-Dollar je Barrel angehoben, nachdem zuvor ein Wert von 57,5 US-Dollar erwartet worden war. Als Hauptgründe nannte die Investmentbank die Entscheidung der OPEC+, die geplanten Fördermengenerhöhungen im ersten Quartal des kommenden Jahres auszusetzen, sowie die jüngsten US- und EU-Sanktionen gegen russische Ölfirmen.

Die Analysten der Bank gehen davon aus, dass der Ölmarkt im kommenden Jahr zunächst ein deutliches Überangebot aufweisen wird, das im zweiten Quartal seinen Höhepunkt erreicht. Danach werde das Wachstum der Nicht-OPEC-Produktion voraussichtlich nachlassen. Auch innerhalb der OPEC sei kein signifikanter Produktionsanstieg für 2026 zu erwarten, da die freien Kapazitäten zunehmend begrenzt seien. Diese Entwicklung könnte laut Morgan Stanley den Weg für ein ausgeglicheneres Marktumfeld in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 ebnen.

OPEC+ hatte am Sonntag beschlossen, die Förderquoten im Dezember leicht anzuheben, im ersten Quartal 2026 jedoch keine weiteren Erhöhungen vorzunehmen. Mit dieser vorsichtigen Strategie reagiert das Bündnis auf die Sorge vor einem möglichen Überangebot am Markt. Seit April dieses Jahres hat die Gruppe ihre Förderziele um rund 2,9 Millionen Barrel pro Tag erhöht, was etwa 2,7 Prozent der weltweiten Ölversorgung entspricht.

Nach Einschätzung von Morgan Stanley ändert die Entscheidung, die Quotenerhöhungen vorübergehend zu stoppen, die Produktionsprognosen nur geringfügig. Dennoch sende sie ein wichtiges Signal: Die OPEC+ reagiere weiterhin flexibel auf die aktuellen Marktbedingungen. Die Bank verwies zudem auf zunehmende Unsicherheiten bei den OPEC-Förderdaten, da die Differenz zwischen den niedrigsten und höchsten Schätzungen in diesem Jahr regelmäßig über 2,5 Millionen Barrel pro Tag gelegen habe.

Obwohl OPEC+ seit März Produktionssteigerungen von 2,6 Millionen Barrel pro Tag angekündigt hat, schätzt Morgan Stanley, dass die tatsächliche Fördermenge bislang nur um etwa 0,5 Millionen Barrel pro Tag zugenommen hat. Gleichzeitig haben die USA und die Europäische Union neue Sanktionspakete gegen russische Energiekonzerne wie Rosneft und Lukoil verhängt. Am Montag notierten die Brent-Futures bei rund 64,61 US-Dollar pro Barrel, während der US-Referenzwert West Texas Intermediate bei 60,80 US-Dollar lag.

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