Morgan Stanley erwartet starken Goldpreisanstieg
Prognose sieht 4.800 Dollar je Unze bis Ende 2026

Morgan Stanley geht davon aus, dass der Goldpreis bis zum vierten Quartal 2026 auf 4.800 US-Dollar je Feinunze steigen wird und damit die bisherigen Rekordstände deutlich übertrifft. In einer Analyse vom 5. Januar begründet die US-Investmentbank ihre Prognose mit mehreren strukturellen und konjunkturellen Faktoren, die den Markt für Edelmetalle weiterhin unterstützen dürften. Dazu zählen vor allem sinkende Zinsen, ein Führungswechsel an der Spitze der US-Notenbank sowie anhaltende Käufe durch Zentralbanken und institutionelle Investoren.
Gold hatte Ende Dezember 2025 mit 4.549,71 US-Dollar je Unze ein neues Allzeithoch erreicht und das Jahr mit einem Plus von 64 Prozent abgeschlossen. Es war die stärkste Jahresperformance seit 1979. Marktteilnehmer betrachten das Edelmetall traditionell als sicheren Wertspeicher in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit. In einem Umfeld niedriger Zinsen verliert zudem der Nachteil der fehlenden laufenden Erträge an Bedeutung, was die Attraktivität von Gold weiter erhöht.
Zusätzlich verwies Morgan Stanley auf politische Ereignisse in Venezuela, die kurzfristig die Nachfrage nach sicheren Häfen anziehen könnten. Diese Entwicklungen wurden zwar nicht explizit als Grundlage der Preisprognose genannt, gelten jedoch als unterstützender Faktor für die Stimmung am Goldmarkt. Die Bank erwartet, dass sich das Zusammenspiel aus makroökonomischen Rahmenbedingungen und geopolitischen Risiken auch in den kommenden Quartalen fortsetzt.
Auch für Silber sieht Morgan Stanley erhöhte Aufwärtsrisiken. Das Jahr 2025 habe den Höhepunkt des strukturellen Angebotsdefizits markiert. Hinzu kommen neue chinesische Exportlizenzanforderungen, die seit Jahresbeginn gelten und das verfügbare Angebot weiter einschränken. Silber verzeichnete 2025 mit einem Preisanstieg von 147 Prozent die stärkste Jahresperformance seiner Geschichte, getragen von industrieller Nachfrage und Investoreninteresse.
Bei den Industriemetallen bevorzugt die Bank Aluminium und Kupfer. Beide Metalle stehen vor Angebotsengpässen bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Die Aluminiumproduktion sei weltweit eingeschränkt, mit Ausnahme Indonesiens, während steigende Prämien im US-Markt auf eine Rückkehr der Nachfrage hindeuten. Gleichzeitig haben steigende Kupferimporte der USA andere Märkte angespannt gehalten. Die im Jahr 2025 beobachteten Lieferunterbrechungen bei Kupfer setzten sich laut Einschätzung der Bank auch 2026 fort. Der Dreimonatskontrakt für Kupfer an der London Metal Exchange erreichte zuletzt ein Rekordhoch von 13.387,50 US-Dollar je Tonne.
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Zur AktienanalyseStärke zeigte zuletzt auch der Nickelmarkt, der von Risiken auf der Angebotsseite, insbesondere in Indonesien, geprägt ist. Morgan Stanley wies jedoch darauf hin, dass ein Großteil dieser Risiken bereits in den Preisen berücksichtigt sein könnte. Nickel stieg zuletzt auf 17.980 US-Dollar je Tonne und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2024.


