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Morgan Stanley Aktie fällt trotz Rekordergebnissen im Quartal

Rekordumsatz, Rekordgewinne – und dennoch gibt die Morgan Stanley-Aktie vorbörslich nach. Der Grund liegt in bereits hohen Erwartungen.

Morgan Stanley Aktie fällt trotz Rekordergebnissen im Quartal

Die Aktie von Morgan Stanley verlor im vorbörslichen Handel 1,3 Prozent – und das trotz eines der stärksten Quartalsergebnisse in der Geschichte des US-Investmentbanking-Riesen. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz von 21,35 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 3,46 Dollar. Damit übertraf Morgan Stanley die Konsensschätzungen der Analysten von 2,94 Dollar je Aktie deutlich.

Haupttreiber des Rekordergebnisses war der Aktienhandel, dessen Erträge um beeindruckende 69 Prozent auf den Rekordwert von 6,3 Milliarden Dollar stiegen. Auch die Vermögensverwaltung (Wealth Management) lieferte ein herausragendes Quartal: Die Nettoneuzuflüsse beliefen sich auf 148,1 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Analystenprognosen bei weitem. Das gesamte verwaltete Kundenvermögen erreichte 8,08 Billionen Dollar – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Im Investmentbanking legten die Beratungshonorare aufgrund einer höheren Zahl abgeschlossener Fusionen und Übernahmen (M&A) zu. Das Aktien-Underwriting profitierte zusätzlich von einer robusten IPO-Pipeline, also einer starken Zahl an Börsengängen in der Warteschlange.

Aktionärsfreundliche Maßnahmen bereits eingepreist

Der Verwaltungsrat von Morgan Stanley beschloss zudem eine Anhebung der Quartalsdividende auf 1,15 Dollar je Aktie und autorisierte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 20 Milliarden Dollar erneut. Maßnahmen, die Aktionäre in der Regel erfreuen – doch der Markt hatte diese Schritte bereits antizipiert, sodass sie kaum zusätzlichen Kursimpuls lieferten.

Das allgemeine Marktumfeld bot wenig zusätzliche Unterstützung für eine Neubewertung der Aktie. Der S&P 500 und der Dow Jones notierten vorbörslich leicht im Plus, während der Nasdaq um 0,7 Prozent zulegte. Die makroökonomische Stimmung war damit zwar konstruktiv, reichte aber nicht aus, um Gewinnmitnahmen bei einer Aktie aufzufangen, die bereits im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung stark gestiegen war.

Hohe Messlatte durch Goldman Sachs und JPMorgan

Ein weiterer Belastungsfaktor: Die Konkurrenzbanken Goldman Sachs und JPMorgan Chase hatten bereits am Vortag ihrerseits Rekordergebnisse für das Quartal gemeldet. Damit war die Messlatte für Morgan Stanley extrem hoch gelegt worden, was das Potenzial für eine positive Überraschung erheblich verringerte.

Zusammengenommen schufen die Nähe zum Allzeithoch, ambitionierte Bewertungskennzahlen und ein Markt, der die erwartete Ertragsstärke bereits eingepreist hatte, die Bedingungen für einen leichten Rücksetzer – trotz eines fundamental außergewöhnlichen Quartals. Dieses Phänomen ist an den Finanzmärkten als „Buy the rumor, sell the news" bekannt: Anleger kaufen im Vorfeld starker Zahlen und realisieren beim tatsächlichen Erscheinen der Ergebnisse ihre Gewinne.

Das Beispiel Morgan Stanley ist eine eindrückliche Erinnerung daran, dass an den Märkten eine starke operative Leistung allein nicht immer zu einem unmittelbaren Kursanstieg führt – insbesondere dann nicht, wenn die Erwartungen bereits sehr hoch gesteckt sind und die Aktie im Vorfeld bereits deutlich zugelegt hat.

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