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Moody's senkt Ausblick für Blue Owl-Fonds auf „negativ"

Rekordhohe Rücknahmeanträge im ersten Quartal treffen den 36-Milliarden-Dollar-Fonds OCIC besonders hart.

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Moody's senkt Ausblick für Blue Owl-Fonds auf „negativ"

Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Blue Owl Credit Income Corp (OCIC), einen der größten Fonds des Private-Credit-Anbieters Blue Owl, von „stabil" auf „negativ" gesenkt. Als Hauptgrund nennt Moody's Rücknahmeverlangen, die im ersten Quartal 2025 „deutlich höher" ausfielen als bei vergleichbaren Wettbewerbern. Der betroffene Fonds verwaltet ein Vermögen von rund 36 Milliarden US-Dollar.

Besonders besorgniserregend ist laut Moody's, dass der Großteil der Rücknahmeanträge von einer sehr begrenzten Anzahl von Anlegern stammt. Dies deute auf eine erhebliche Konzentration im Kreis der Anteilseigner hin – ein Risikofaktor, der die Stabilität des Fonds langfristig belasten könnte. Investoren versuchten, einen Anteil von 21,9 Prozent ihrer OCIC-Anteile zurückzugeben.

Fonds begrenzt Auszahlungen auf 5 Prozent

Blue Owl hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, die Auszahlungen aus zwei seiner Fonds zu begrenzen, nachdem im ersten Quartal ein historisches Ausmaß an Rücknahmeanträgen eingegangen war. Das Unternehmen erklärte, lediglich 5 Prozent der beantragten Rücknahmen erfüllen zu wollen. Moody's erkennt an, dass diese Entscheidung die Nettomittelabflüsse im ersten Quartal begrenzt.

OCIC selbst versuchte die Lage zu relativieren: In einem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Schreiben erklärte das Unternehmen, es sei zuversichtlich, weiterhin „gut positioniert zu sein, um vom aktuellen Marktumfeld zu profitieren". Zudem betonte OCIC, dass die Rücknahmen weniger als 1 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens ausmachen und rund 90 Prozent der Anleger keine Rücknahme beantragt haben.

Blue Owl hatte zuvor auf eine „erhebliche Diskrepanz" zwischen der öffentlichen Wahrnehmung von Private-Credit-Fonds und der tatsächlichen Performance des Portfolios hingewiesen. Dennoch erwartet Moody's, dass der erhöhte Rücknahmedruck in den kommenden Quartalen anhalten wird. Dies könnte zu einer Verlangsamung der Mittelzuflüsse und einer Schwächung der derzeit noch soliden Kapital- und Liquiditätsposition von OCIC führen.

Branchenweiter Druck auf Private-Credit-Markt

Der Fall Blue Owl ist kein Einzelfall. Der gesamte Private-Credit-Markt, der ein Volumen von rund 2 Billionen US-Dollar umfasst, steht unter erheblichem Druck. Mehrere Fonds haben Auszahlungen begrenzt, und einige große US-Banken haben ihre Kreditvergabe an die Branche eingeschränkt. Die Unruhe hat damit auch die Wall Street erfasst.

Moody's hatte bereits am selben Dienstag den Ausblick für US-amerikanische Business Development Companies (BDCs) von „stabil" auf „negativ" revidiert. Als Gründe nannte die Agentur steigenden Rücknahmedruck, eine höhere Verschuldung sowie einen erschwerten Zugang zu den Finanzierungsmärkten. BDCs sind börsennotierte Investmentgesellschaften, die vorwiegend in mittelständische Unternehmen investieren und für deutsche Anleger als Pendant zu Private-Credit-Fonds verstanden werden können.

Bereits im März hatte die Konkurrenzagentur S&P Global den Ausblick für den 33 Milliarden Dollar schweren Flaggschiff-Private-Credit-Fonds von Cliffwater LLC ebenfalls auf „negativ" gesenkt – ebenfalls wegen gestiegener Rücknahmeverlangen. Die Häufung solcher Ratingmaßnahmen signalisiert, dass die Ratingagenturen die Entwicklungen im Private-Credit-Segment mit wachsender Sorge beobachten und strukturelle Risiken in der Branche zunehmend kritisch bewerten.

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