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Monetarismus-Comeback: Miran und Roubini fordern mehr Geldmengen-Fokus der Fed

Ein neues Arbeitspapier zweier renommierter Ökonomen stellt die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank grundlegend in Frage.

Monetarismus-Comeback: Miran und Roubini fordern mehr Geldmengen-Fokus der Fed

Das ehemalige Federal-Reserve-Mitglied Stephen Miran und der bekannte Ökonom Nouriel Roubini haben gemeinsam ein Arbeitspapier veröffentlicht, in dem sie fordern, dass die US-Notenbank der Geldmenge wieder mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Damit rücken die beiden Ökonomen eine wirtschaftstheoretische Schule ins Rampenlicht, die seit Jahrzehnten aus dem geldpolitischen Mainstream verschwunden schien: den Monetarismus.

Der Monetarismus, maßgeblich geprägt durch den Nobelpreisträger Milton Friedman, basiert auf der Überzeugung, dass die Geldmenge einer Volkswirtschaft der entscheidende Treiber für Inflation und Wirtschaftswachstum ist. In den 1970er und 1980er Jahren war diese Theorie prägend für die Geldpolitik westlicher Zentralbanken. Seither haben die Notenbanken jedoch andere Steuerungsinstrumente – vor allem die Leitzinsen – in den Vordergrund gerückt und die direkte Beobachtung der Geldmenge weitgehend vernachlässigt.

Warsh als möglicher Wegbereiter eines Paradigmenwechsels

Die zentrale Frage, die das Arbeitspapier aufwirft, ist politischer Natur: Wird der designierte neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die Argumente von Miran und Roubini aufgreifen? Laut einer Analyse von Rob Armstrong und FT-Autor Brendan Greeley im Unhedged-Podcast der Financial Times könnte Warsh tatsächlich offen für eine Rückkehr des Monetarismus sein. Armstrong und Greeley erläutern in ihrer Sendung die theoretischen Grundlagen des Monetarismus und beleuchten, warum dieser Ansatz unter einem möglichen Fed-Chef Warsh wieder an Bedeutung gewinnen könnte.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Debatte von erheblicher Relevanz. Die Geldpolitik der US-Notenbank beeinflusst über Wechselkurse, Kapitalströme und globale Zinsmärkte auch die wirtschaftliche Lage in Europa und Deutschland direkt. Eine grundlegende Neuausrichtung der Fed hin zu einer stärkeren Geldmengensteuerung würde die internationalen Finanzmärkte vor neue Herausforderungen stellen.

Technologieaktien und Task Forces im Fokus

Neben der monetaristischen Grundsatzdebatte positionieren sich Armstrong und Greeley im Podcast auch zu aktuellen Marktthemen. Sie beziehen eine „Long"-Position – also eine optimistische Haltung – gegenüber Task Forces sowie der laufenden Korrektur bei Technologieaktien. Details zu den genauen Argumenten dieser Einschätzungen sind im vollständigen Podcast sowie im Transkript auf FT.com nachzulesen.

Das Arbeitspapier von Miran und Roubini kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Geldpolitik weltweit unter besonderer Beobachtung steht. Nach Jahren ungewöhnlich hoher Inflation und aggressiver Zinserhöhungen suchen Ökonomen und Notenbanker nach neuen Erklärungsmodellen und Steuerungsinstrumenten. Ob der Monetarismus dabei tatsächlich eine Renaissance erlebt, wird maßgeblich davon abhängen, welche geldpolitische Philosophie der künftige Fed-Vorsitzende Warsh in sein Amt einbringt.

Der vollständige Podcast von Rob Armstrong und Brendan Greeley sowie ein Transkript der Folge sind auf FT.com verfügbar. Interessierte können zudem ein kostenloses 30-tägiges Probeabonnement des Unhedged-Newsletters unter ft.com/unhedgedoffer abschließen.

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