Mizuho kürt fünf Top-Aktien im US-Energiesektor
Die Investmentbank sieht Aufwärtspotenziale von bis zu 65% bei ausgewählten Öl-, Gas- und Versorgungsunternehmen.

Die Investmentbank Mizuho hat fünf Top-Aktienempfehlungen im amerikanischen Energiesektor identifiziert. Die Auswahl umfasst Öl- und Gasproduzenten, Midstream-Infrastruktur sowie Versorgungsunternehmen. Gemeinsam ist den Kandidaten, dass sie von Fusionssynergien, der wachsenden Nachfrage durch Rechenzentren und dem Infrastrukturausbau profitieren sollen. Die Kursziele implizieren ein Aufwärtspotenzial zwischen 20% und 65% gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die Empfehlungen reichen von Large-Cap-Energieproduzenten bis hin zu Infrastrukturbetreibern und decken damit ein breites Spektrum des US-Energiesektors ab. Für deutsche Anleger, die in amerikanische Energiewerte investieren möchten, bieten die Analysen einen strukturierten Überblick über die derzeit attraktivsten Titel der Branche.
Devon Energy und Permian Resources: Schieferöl im Fokus
Devon Energy (NYSE: DVN) ist Mizuhos Top-Empfehlung mit einem „Outperform"-Rating und einem Kursziel von 68 US-Dollar. Besonders hervorgehoben wird die Fusion von Devon mit Coterra im Mai, durch die einer der größten Schieferölproduzenten der USA entstand. Das kombinierte Unternehmen produziert täglich mehr als 0,5 Millionen Barrel Öl und 4,5 Milliarden Kubikfuß trockenes Gas.
Auf Basis der EV/EBITDA-Kennzahlen für 2027/28 wird die Aktie etwa um den Faktor 0,5 günstiger gehandelt als die Vergleichsgruppe, bei gleichzeitig 3% bis 5% höherer Free-Cashflow-Rendite. Ab 2027 plant Devon, täglich rund 100 Millionen Kubikfuß Permian-Gas zu JKM-gekoppelten Preisen zu verkaufen – ab 2028 kommen weitere 100 Millionen Kubikfuß pro Tag zu europäischen LNG-Benchmarks hinzu. Zusätzlich hält das Unternehmen eine Beteiligung von 15% am Geothermieunternehmen Fervo im Wert von über 1,5 Milliarden US-Dollar.
Permian Resources (NYSE: PR) erhält ebenfalls ein „Outperform"-Rating, mit einem Kursziel von 27 US-Dollar. Mizuho hebt die überdurchschnittliche Ressourcentiefe des reinen Permian-Betreibers hervor: Die verbleibenden Bestände reichen für mehr als 20 Jahre, bei Breakeven-Preisen von unter 55 US-Dollar pro Barrel. Für 2026 strebt das Unternehmen ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von rund 0,5 an und bietet eine Dividendenrendite von 3,4%. Die jüngste Umwandlung in eine traditionelle C-Corp-Struktur sowie der Abbau des Überhangs durch Private-Equity-Sponsoren haben frühere Anlegerbedenken zerstreut.
Infrastruktur und Bau: KI-Rechenzentren als Wachstumstreiber
Energy Transfer LP (NYSE: ET) ist Mizuhos Favorit im Midstream-Segment, mit einem „Outperform"-Rating und einem Kursziel von 25 US-Dollar. Die Investmentbank sieht den Betreiber gut positioniert, um von der wachsenden Nachfrage durch KI-Rechenzentren und dem gestiegenen LNG-Bedarf der USA zu profitieren. Der verbesserte Verschuldungsausblick könnte aggressivere Kapitalrückführungen ermöglichen, die über die derzeitige Ausschüttungswachstumsrate von 3% hinausgehen.
Nach starken Ergebnissen im ersten Quartal hob Energy Transfer seine EBITDA-Prognose für 2026 an. Dies veranlasste Jefferies zu einer Heraufstufung auf „Buy" und Goldman Sachs zu einer Anhebung des Kursziels. Zudem kündigte das Unternehmen den Ausbau seines NGL-Exportterminals in Nederland an.
MasTec (NYSE: MTZ) ist das einzige Ingenieur- und Bauunternehmen in der Auswahl, mit einem Kursziel von 498 US-Dollar und einem „Outperform"-Rating. Das Unternehmen verzeichnet starkes Umsatzwachstum in den Segmenten Gaspipelines und KI-Rechenzentren. Der Pipeline-Umsatz im ersten Quartal 2026 stieg im Jahresvergleich um beeindruckende 91,5%, bei EBITDA-Margen von 21,2%. Die Managementziele für 2028 sehen einen Umsatz von 22 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 15 US-Dollar vor – ohne potenzielle Fusionen oder Aktienrückkäufe einzurechnen. Zuletzt meldete MasTec einen Rekordauftragsbestand von 20,3 Milliarden US-Dollar, was mehrere Analysehäuser wie KeyBanc, Stifel und Jefferies zu Kurszielhebungen veranlasste.
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Den Abschluss der Mizuho-Auswahl bildet Ameren Corporation (NYSE: AEE), ein Versorgungsunternehmen mit Schwerpunkt Missouri. Das Kursziel lautet 122 US-Dollar bei einem „Outperform"-Rating. Ameren hat in Missouri Bauvereinbarungen über 2,8 Gigawatt in unterzeichnete Verträge umgewandelt. Trotz des Engagements im Bereich der wachsenden Rechenzentrum-Nachfrage wird die Aktie mit einem Aufschlag von lediglich 7% gegenüber der Vergleichsgruppe gehandelt – ein Umstand, den Mizuho als attraktive Einstiegsgelegenheit wertet. Eine Aktualisierung der Unternehmensprognose wird nach einem integrierten Ressourcenplan im September erwartet.
Insgesamt spiegelt die Mizuho-Auswahl die zentralen Megatrends im US-Energiesektor wider: die Konsolidierung im Schieferölbereich, den LNG-Exportboom sowie die steigende Stromnachfrage durch den Ausbau von KI-Infrastruktur. Für Anleger bieten die fünf Titel laut Mizuho ein attraktives Risiko-Rendite-Profil mit substanziellem Aufwärtspotenzial.


