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Mittelständler setzen auf langfristige Ökostrom-Verträge

Power Purchase Agreements helfen Unternehmen, Emissionen zu reduzieren und Kosten zu sparen

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Mittelständler setzen auf langfristige Ökostrom-Verträge

Immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland setzen auf langfristige Stromlieferverträge mit Erneuerbare-Energie-Anlagen, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), um ihre Emissionen zu reduzieren und Kosten zu sparen. Ein Beispiel dafür ist die Rehau Group, ein Familienunternehmen, das einen Großteil des Stroms aus Windenergie bezieht. Der Strom stammt aus einem Windpark im niedersächsischen Einbeck und wird über den Dienstleister Engie Energy Management Solutions an Industriebetriebe verteilt. Kristina Eschenbacher, Category Manager Energy bei Rehau Industries, betont, dass die Reduzierung der unternehmenseigenen Emissionen ein schrittweiser Prozess ist, der durch Projekte wie Photovoltaikanlagen und den Bezug von Grünstrom unterstützt wird.

Dieser Trend ist nicht nur bei Großkonzernen zu beobachten, sondern auch mittelständische Unternehmen nutzen zunehmend PPAs, um günstigen Ökostrom zu beziehen. David Budde, Gründer und Geschäftsführer des Start-ups Trawa, erklärt, dass immer mehr Mittelständler diese Abkommen abschließen, um nachhaltigen Strom zu beschaffen. Ein weiteres Beispiel ist der Kunststoffverarbeiter Ensinger aus Nufringen, der einen zehnjährigen Strombezugsvertrag mit dem Energiekonzern RWE abgeschlossen hat. Durch diesen Vertrag wird fast die Hälfte des jährlichen Strombedarfs der deutschen Werke des Unternehmens durch Windenergie gedeckt, die aus einem Windpark vor der Küste Helgolands stammt.

Der Markt für PPAs in Deutschland wächst rasant. Laut der „PPA-Marktanalyse Deutschland 2023“ der Deutschen Energieagentur (Dena) hat sich die Anzahl der abgeschlossenen Verträge von 2022 auf 2023 fast verdoppelt, und die Kapazitäten an erneuerbaren Energien, die durch diese Verträge vermarktet wurden, haben sich auf 3,6 Gigawatt mehr als vervierfacht. Die Autoren der Dena-Studie erwarten, dass die Nachfrage nach PPAs durch die geplante Wasserstoffproduktion und die EU-Regelungen zur Produktion von grünem Wasserstoff weiter steigen wird. Auch die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU eingeführt wurde, erhöht den Druck auf Unternehmen, ihre Emissionen zu reduzieren.

PPAs bieten den Unternehmen Planungssicherheit in Bezug auf Preise und Mengen und lassen sich flexibel an die Bedürfnisse der Abnehmer anpassen. Markus W. Voigt, CEO des Erneuerbare-Energien-Investors Aream Group, betont, dass PPAs Unternehmen helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ohne selbst investieren zu müssen. Allerdings ist der Stromeinkauf für mittelständische Unternehmen oft komplex, da ihnen häufig die personellen Ressourcen und die Expertise fehlen, um sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dienstleister wie Trawa oder First Climate bieten daher Unterstützung bei der Analyse des individuellen Strombedarfs und der Entwicklung einer passenden Einkaufsstrategie. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) empfiehlt zudem, sich rechtlich beraten zu lassen, um die verschiedenen Möglichkeiten und die passende Ausgestaltung eines solchen Liefervertrags zu verstehen.

UnternehmerDeutschlandEnergieStrom

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