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Miteigentum an Luxus-Ferienhäusern: Neues Modell erobert Europa

Wohlhabende Käufer investieren in Anteile an mehreren Luxusimmobilien statt in ein einzelnes Ferienhaus – ein Trend mit wachsender Nachfrage.

Miteigentum an Luxus-Ferienhäusern: Neues Modell erobert Europa

Das Miteigentumsmodell für Ferienimmobilien erlebt eine Neuerfindung im Luxussegment. Statt eines einzelnen Ferienhauses erwerben Käufer Anteile an einer Gruppe von vier bis fünf hochwertigen Immobilien in verschiedenen europäischen Ländern – und genießen dabei Flexibilität, professionelles Management und Wertsteigerungspotenzial. Unternehmen wie das britische August, das deutsche MYNE und das dänische MyHomes treiben diesen Wandel voran.

Robert Clayton aus Virginia Beach ist ein typisches Beispiel für die neue Käufergeneration. Er und seine Frau halten einen Anteil an einem Quintett von Immobilien über das Unternehmen August – darunter eine Villa mit fünf Schlafzimmern an der französischen Riviera, ein Bauernhaus in der Toskana, ein Chalet in Chamonix, ein Cottage in den Cotswolds und ein Stadthaus auf Mallorca. „Wir kommen einfach an, müssen nichts reparieren und uns nicht um die Instandhaltung kümmern", sagt Clayton. Das Paar hatte zuvor 15 Jahre lang gemeinsam eine Immobilie auf Hawaii besessen, fühlte sich jedoch in Bezug auf weitere Reisen eingeschränkt und war mit der Wartung überfordert.

Vom Sparmodell zum Luxusprodukt

Seit ihren Anfängen in den 1990er Jahren galten Miteigentumsmodelle für Zweitwohnungen als kosteneffizienter Weg zum Eigenheim – sprichwörtlich ein „Champagner-Lifestyle zum Limonaden-Budget". Modelle für Bruchteilseigentum florierten vor allem in den USA, wo das Konzept besser verstanden wird. In Europa hingegen war der schlechte Ruf einiger Timesharing-Modelle nur schwer abzuschütteln, und viele Anbieter kamen und gingen oder stagnierten. Zu den gescheiterten Unternehmen gehört Sonhaus, das im vergangenen Jahr aufgelöst wurde.

Heute richtet sich das Angebot zunehmend an vermögende Käufer. Die angepassten Modelle bieten einen Eigentumsanteil – in der Regel für 100.000 bis 300.000 britische Pfund –, der eine Nutzung von sechs bis zwölf Wochen pro Jahr ermöglicht. Die Eigentümergruppen werden nach Familienstruktur und Nationalität zusammengestellt, um Konflikte bei den gewünschten Nutzungswochen zu minimieren. Jährliche Instandhaltungsgebühren decken das professionelle Management der Immobilien ab.

Das exklusivste Angebot kommt von August: Die sogenannte Prime-Kollektion bietet Miteigentumsanteile an vier Immobilien ab 1,8 Millionen Euro – für Häuser, die jeweils mit 5 bis 6 Millionen Euro bewertet werden. Bis zu 16 Eigentümer teilen sich eine solche Kollektion. Mélie Dunod, Gründerin von August, beschreibt den Mentalitätswandel ihrer Käufer so: „Für eine neue Generation sind Flexibilität und Liquidität heute wichtigere Faktoren als der reine Besitz." Insgesamt verwaltet August mittlerweile mehr als 25 Kollektionen mit über 600 Hauseigentümern.

Deutsche und europäische Anbieter auf dem Vormarsch

Auch das 2021 gegründete deutsche Unternehmen MYNE positioniert sich im Premiumsegment. MYNE verkauft Miteigentumsanteile von einem Achtel – entsprechend 6,5 Wochen pro Jahr – an einzelnen Immobilien in neun Ländern, darunter Spanien, Italien und Frankreich, ab etwa 115.000 Euro. Vor neun Monaten begann das Unternehmen, sein Angebot an teureren Häusern mit Miteigentumsanteilen von mehr als 500.000 Euro auszuweiten. Dazu gehören „The Bond", ein Anwesen mit sechs Schlafzimmern in den Stockholmer Schären, sowie eine Villa in Santa Ponsa auf Mallorca mit Eigentumsoptionen für 999.000 Euro.

Flo, ein deutscher Inhaber einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, investierte rund 2 Millionen Euro in Anteile an vier verschiedenen Häusern über MYNE. „Ich habe überlegt, ein Haus zu kaufen und es zu vermieten, aber abgesehen vom Aufwand gefielen mir die steuerlichen Auswirkungen nicht", sagt er. „Mit Anteilen kann ich meine Investition streuen: Die Anteile an den mallorquinischen Immobilien sind im Wert um 6 bis 7 Prozent pro Jahr gestiegen." Da er sich als Erster für diese Häuser angemeldet hatte – noch vor der Renovierung –, zahlte er einen niedrigeren Preis als spätere Käufer.

Nikolaus Thomale, Mitgründer von MYNE, beobachtet, dass viele Eigentümer schließlich weitere Anteile oder teurere Objekte kaufen. „Der Serviceaspekt und die Bequemlichkeit überzeugen: Sie wollen private Fitnessräume, Hochgeschwindigkeitsinternet und Home-Offices." Neben den prestigeträchtigen Lagen locken auch Annehmlichkeiten wie Tennisplätze, hochwertiges Innendesign mit Kooperationen lokaler Künstler und Concierge-Services ein neues, anspruchsvolles Publikum.

Neuer Schweizer Anbieter und wachsender Markt

Zu den Neueinsteigern zählt Azuro, ein Schweizer Proptech-Unternehmen, das diesen Monat an den Start ging und Anteile ab 54.000 Euro anbietet. Der Markt wächst also weiter – sowohl im Einstiegs- als auch im Luxussegment. Clayton bringt die Attraktivität des Modells auf den Punkt: „Wir hätten es uns leisten können, eine Immobilie komplett zu kaufen", sagt er, aber für etwa den gleichen Betrag „ist es besser, fünf zu haben."

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