Mit 70 Jahren ein Haus für eine Million Dollar kaufen
Reicht das Vermögen bis 90? Ein Rentner fragt, ob ein Barkauf in San Diego finanziell sinnvoll ist.

Ein 70-jähriger Alleinstehender stellt sich eine der wichtigsten Fragen der Ruhestandsplanung: Kann er sich leisten, eine Million US-Dollar aus seinem Brokerage-Depot zu entnehmen, um ein Haus in San Diego bar zu bezahlen – und dabei bis zum Alter von 90 Jahren finanziell abgesichert zu bleiben? Die Frage wurde an die Finanzkolumne von MarketWatch gerichtet und beleuchtet ein Dilemma, das viele Rentner in teuren US-Städten kennen.
Der Fragesteller verfügt über zwei wesentliche Vermögensquellen: rund 770.000 US-Dollar in einem IRA (Individual Retirement Account, vergleichbar mit einem deutschen Altersvorsorgedepot) sowie 1 Million US-Dollar in einem regulären Brokerage-Depot. Sein einziges laufendes Einkommen ist die staatliche Rente (Social Security), die er mit Erreichen seines regulären Rentenalters von 66 Jahren und 4 Monaten in Anspruch genommen hat. Zusätzlich zahlt er einem professionellen Vermögensberater jährlich einen prozentualen Anteil seines Vermögens für die Verwaltung.
Der entscheidende Knackpunkt: Die Gewinnschwelle
Wie MarketWatch betont, birgt ein Hauskauf im fortgeschrittenen Alter ein zentrales finanzielles Risiko: Wer spät im Leben kauft, erreicht möglicherweise nie die sogenannte Gewinnschwelle – also den Zeitpunkt, ab dem sich der Erwerb einer Immobilie gegenüber dem Mieten finanziell lohnt. Diese Schwelle hängt von Faktoren wie Kaufpreis, Nebenkosten, Instandhaltungsaufwand, Mietentwicklung und der verbleibenden Lebenserwartung ab.
Bei einem Barkauf von 1 Million US-Dollar würde das gesamte Brokerage-Depot aufgebraucht. Damit verbliebe dem Rentner lediglich das IRA-Vermögen von 770.000 US-Dollar als liquide Reserve – zuzüglich der monatlichen Social-Security-Zahlungen. Ob dieses Polster für einen Zeitraum von 20 Jahren bis zum Alter von 90 ausreicht, hängt stark von den persönlichen Lebenshaltungskosten, Gesundheitsausgaben und der Wertentwicklung des verbleibenden Portfolios ab.
Immobilienkauf im Alter: Chancen und Risiken
Für deutsche Privatanleger ist die Situation zwar in Details anders – hierzulande gibt es keine IRA oder Social Security –, doch das Grundproblem ist universell: Wer im Ruhestand einen Großteil seines liquiden Vermögens in eine Immobilie investiert, tauscht Flexibilität gegen Sachwert. Immobilien sind im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen nicht kurzfristig veräußerbar, was im Alter zu Liquiditätsengpässen führen kann.
Zu den wesentlichen Überlegungen bei einem solchen Schritt gehören:
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Zur Aktienanalyse- Der vollständige Verlust der Liquidität aus dem eingesetzten Kapital
- Laufende Kosten für Instandhaltung, Steuern und Versicherungen
- Die Frage, ob die verbleibenden Mittel die Lebenshaltungskosten langfristig decken
- Das Risiko, die finanzielle Gewinnschwelle gegenüber dem Mieten nicht zu erreichen
- Die Abhängigkeit von nur einer Einkommensquelle (staatliche Rente)
Die Frage des Rentners verdeutlicht, wie komplex Ruhestandsplanung in Hochpreisregionen ist. San Diego zählt zu den teuersten Immobilienmärkten der USA. Ein Barkauf vermeidet zwar Hypothekenzinsen, bindet aber erhebliches Kapital dauerhaft. Wer hingegen zur Miete wohnt, behält sein Vermögen investiert und profitiert potenziell von Kapitalerträgen – trägt aber das Risiko steigender Mieten.
Für Betroffene empfiehlt sich in jedem Fall eine individuelle Beratung durch einen unabhängigen Finanzplaner, der Szenarien für verschiedene Lebenserwartungen und Ausgabenprofile durchrechnet. Der Fragesteller zahlt bereits für professionelle Vermögensverwaltung – diese Expertise sollte er gezielt für diese Entscheidung nutzen.


