Missouri lehnt Abschaffung der Einkommensteuer bei Volksabstimmung ab
Wähler in Missouri stimmten deutlich gegen einen Verfassungszusatz zur schrittweisen Abschaffung der staatlichen Einkommensteuer.

Die Wählerinnen und Wähler im US-Bundesstaat Missouri haben sich klar gegen eine vollständige Abschaffung der staatlichen Einkommensteuer ausgesprochen. Ein entsprechender Verfassungszusatz, der die schrittweise Abschaffung der Einkommensteuer vorsah, scheiterte bei einer Volksabstimmung deutlich. Das Ergebnis zeigt, dass selbst in einem eher konservativ geprägten Bundesstaat die Grenzen der Steuerreformbereitschaft der Bevölkerung erreicht sein können.
Ausschlaggebend für die Ablehnung waren offenbar weitverbreitete Befürchtungen unter den Wählern: Viele sahen die Gefahr, dass die wegfallenden Einnahmen durch drastisch steigende Umsatzsteuern kompensiert werden müssten. Eine solche Verlagerung der Steuerlast hätte insbesondere Geringverdiener und die Mittelschicht überproportional belastet, da Umsatzsteuern im Gegensatz zur progressiven Einkommensteuer alle Konsumenten gleichermaßen treffen.
Wachsende Kluft zwischen US-Bundesstaaten bei Steuerpolitik
Das Abstimmungsergebnis in Missouri fällt in eine Zeit, in der viele US-Bundesstaaten aktiv daran arbeiten, die Einkommensteuern für ihre Bürger zu senken. Besonders republikanisch regierte Staaten haben in den vergangenen Jahren Steuersenkungen vorangetrieben, während demokratisch geprägte Bundesstaaten eher auf Steuererhöhungen für Spitzenverdiener setzen. Diese Entwicklung vertieft die steuerpolitische Kluft zwischen den Bundesstaaten zunehmend.
Missouri zeigt mit seinem Abstimmungsergebnis, dass eine vollständige Abschaffung der Einkommensteuer – selbst in einem republikanisch geprägten Umfeld – für viele Wähler einen Schritt zu weit darstellt. Der Unterschied zwischen einer moderaten Steuersenkung und einer kompletten Abschaffung ist offenbar entscheidend für die Akzeptanz in der Bevölkerung.
Weitere Steuerabstimmungen in Florida und Kalifornien
Der Blick richtet sich nun auf weitere bevorstehende Steuerabstimmungen in anderen US-Bundesstaaten. Sowohl in Florida als auch in Kalifornien stehen in diesem Herbst Volksabstimmungen zu Steuerfragen an. Diese beiden Staaten könnten kaum unterschiedlicher sein: Florida gilt als steuerpolitisch konservativ und erhebt bereits keine staatliche Einkommensteuer, während Kalifornien für seine vergleichsweise hohe Steuerbelastung bekannt ist.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung in den USA aus mehreren Gründen relevant. Die Steuerpolitik der einzelnen Bundesstaaten beeinflusst die Attraktivität von Unternehmensstandorten, die Kaufkraft der Verbraucher und damit auch die wirtschaftliche Dynamik ganzer Regionen. Unterschiedliche Steuerregimes innerhalb eines Landes können zudem Wanderungsbewegungen von Unternehmen und wohlhabenden Privatpersonen auslösen – ein Phänomen, das in den USA bereits deutlich zu beobachten ist.
Das Scheitern des Verfassungszusatzes in Missouri verdeutlicht, dass Steuerreformen – auch wenn sie populär klingen – in der Praxis auf erheblichen Widerstand stoßen können, sobald die konkreten Gegenfinanzierungsmaßnahmen ins Spiel kommen. Die kommenden Abstimmungen in Florida und Kalifornien werden zeigen, wie die Wähler in diesen sehr unterschiedlichen Bundesstaaten mit ähnlichen Fragen umgehen.


