Mischfonds 2025: Diese Strategien schlagen den MSCI World
Während klassische Weltaktien-ETFs schwächeln, erzielen Mischfonds mit Realwerten Traumrenditen. Gold, Rohstoffe und antizyklisches Denken zahlen sich aus – doch nicht jede Strategie passt für jeden Anleger.

Die Fondsbranche wertet das Börsenjahr 2025 aus, und die Ergebnisse überraschen: Während der MSCI World Index nur moderate Gewinne verzeichnete, fuhren einige Mischfondsmanager spektakuläre Renditen ein. Das Erfolgsrezept? Eine konsequente Ausrichtung auf Realwerte.
Goldstrategie bringt 78 Prozent Plus
Spitzenreiter unter den Mischfonds ist der M&W Privat der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise mit einem Plus von 78 Prozent. Die Strategie setzt auf Inflationsschutz durch physisches Gold: Ein Viertel des Fondsvermögens liegt in Goldbarren, ergänzt durch Edelmetall-ETFs und Minenaktien. Dazu kommt eine hohe Liquiditätsquote.
Allerdings funktioniert diese Strategie nicht in jedem Marktumfeld. Zwischen 2013 und 2020 bewegte sich der Fonds weitgehend seitwärts, als der Goldpreis unter Druck stand. Der M&W Privat ist daher eher als Krisenversicherung für geduldige Anleger zu verstehen, weniger als universelle Vermögensverwaltung.
Rohstoffe und geografische Diversifikation zahlen sich aus
Ebenfalls erfolgreich agierte Hans Schiefen mit dem Incrementum All Seasons Fund, der in der Kategorie "flexibel" Rang sieben belegt. Schiefen verlagerte frühzeitig Kapital von den USA nach Europa und Japan und baute gleichzeitig Positionen in Öl, Kohle und Uran auf. Diese Kombination erwies sich in einem geopolitisch angespannten Umfeld als robust.
Der S&H Substanzwerte der Münchner Vermögensverwaltung Steinbeis & Häcker (ISIN: DE000A12BRG9) legte 2025 um 42 Prozent zu. Rund 70 Prozent des Fondsvermögens stecken in Aktien, vor allem Minen- und Energiewerte aus Kanada, China und weiteren Schwellenländern. Das Fondsvolumen beträgt 123 Millionen Euro bei jährlichen Kosten von 1,54 Prozent.
Strukturelle Verschiebungen am Weltmarkt
Markus Steinbeis von Steinbeis & Häcker setzt seit zwei Jahrzehnten auf Realwerte und antizyklisches Denken. "Die Ereignisse in Venezuela sind Teil einer tektonischen Verschiebung", erklärt er. Hohe Staatsverschuldung, Inflationsgefahren und geopolitische Spannungen machten klassische Indexinvestments anfälliger.
Im S&H-Portfolio dominieren Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht. Baukonzerne wie Strabag, Porr und Budimex profitieren vom Wiederaufbau in der Ukraine und Europas Infrastrukturprogrammen. Aufgrund von Personalmangel können sie lukrative Aufträge selektieren, was die Margen stützt.
Schwellenländer als Wachstumstreiber
Besonders interessant: Sowohl S&H als auch Incrementum mischen verstärkt Aktien und Anleihen aus Schwellenländern bei. Diese Länder erwirtschaften mittlerweile rund 70 Prozent des Weltbruttosozialprodukts und arbeiten zunehmend unabhängig vom Dollar-Raum. China, Russland und Indien werden die USA künftig nicht mehr so bereitwillig mit kritischen Rohstoffen versorgen.
Bekannte Namen mit gemischter Bilanz
Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities, mit über 30 Milliarden Euro einer der größten Mischfonds, kam 2025 nur auf 3,2 Prozent Rendite. Die Kombination aus 77 Prozent Aktien und 12 Prozent Gold erwies sich als zu defensiv für das vergangene Jahr.
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Zur AktienanalyseDeutlich dynamischer performte das Huber-Portfolio von Peter E. Huber mit 30 Prozent Plus. Der FMM-Fonds von Jens Ehrhardt legte 17 Prozent zu und bewies, dass auch ohne hohe Goldquote starke Ergebnisse möglich sind. Hendrik Lebers Acatis Datini Valueflex, einst Performance-Überflieger, landete mit sechs Prozent nur im Mittelfeld.
Ideale Ergänzung zum MSCI World
Für Anleger, die bereits über den MSCI World stark in US-Technologie investiert sind, bieten Mischfonds mit Realwerte-Fokus eine sinnvolle Diversifikation. Künstliche Intelligenz spielt in diesen Portfolios kaum eine Rolle – dafür punkten sie mit Substanz und Inflationsschutz.
Selbst Starmanager liefern nicht jedes Jahr konstant. Die Jahresperformance ist flüchtig, eine kluge Mischung verschiedener Strategien im Depot aber nicht. Für 2026 dürften sich die Ranglisten wieder neu sortieren.


