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Mindestlohn-Erhöhungen treiben Jugendarbeitslosigkeit in Großbritannien auf 13,7 Prozent

Bank of England warnt vor unbeabsichtigten Folgen der drastischen Lohnanhebungen für junge Arbeitnehmer

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Mindestlohn-Erhöhungen treiben Jugendarbeitslosigkeit in Großbritannien auf 13,7 Prozent

Die deutlichen Erhöhungen des britischen Mindestlohns für junge Arbeitnehmer haben zu einem spürbaren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit geführt. Dies erklärte Catherine Mann, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (BoE), in einem Interview mit dem Sunday Telegraph.

Die Arbeitslosenquote bei 18- bis 24-Jährigen kletterte in den drei Monaten bis November auf 13,7 Prozent. Vor drei Jahren lag sie noch bei 10,2 Prozent. Damit erreichte die Jugendarbeitslosigkeit den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2020. Zum Vergleich: Die Gesamtarbeitslosenquote stieg im selben Zeitraum von 3,9 auf 5,1 Prozent.

Mann betonte, dass dieser überproportionale Anstieg direkt mit den massiven Mindestlohnerhöhungen zusammenhänge. Die Entwicklung dürfe nicht als Frühwarnsignal für eine allgemeine Verschlechterung des Arbeitsmarktes missverstanden werden. "Wir müssen sehr vorsichtig sein mit der Erzählung, dass die Jugendarbeitslosigkeit der Kanarienvogel im Kohlebergwerk für eine tiefere Verschlechterung des Arbeitsmarktes ist", warnte die Ökonomin.

Drastische Lohnsteigerungen in kurzer Zeit

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Mindestlohn für 21- bis 22-Jährige wurde in den vergangenen drei Jahren um 33 Prozent angehoben. Damit erreichte er den National Living Wage von 12,71 Pfund pro Stunde, der für ältere Arbeitnehmer gilt. Noch drastischer fiel die Erhöhung für 18- bis 20-Jährige aus – hier stieg der Satz um 46 Prozent auf 10 Pfund pro Stunde.

Die britische Regierung plant, auch den Mindestlohn für die jüngste Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen vollständig an den Satz für ältere Arbeitnehmer anzugleichen. Diese Ankündigung erfolgt trotz der bereits sichtbaren negativen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation junger Menschen.

Geldpolitische Hardlinerin mit klarer Position

Catherine Mann, ehemalige Chefökonomin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris, gilt als Hardlinerin in geldpolitischen Fragen. Berichten zufolge stimmte sie aus Sorge vor anhaltender Inflation gegen die letzten drei Zinssenkungen der Bank of England.

Ihre Analyse der Jugendarbeitslosigkeit unterstreicht ein grundlegendes wirtschaftspolitisches Dilemma: Während höhere Mindestlöhne das Einkommen beschäftigter junger Menschen verbessern sollen, können sie gleichzeitig Arbeitsplätze gefährden. "Sehr bedauerlich, aber es ist wahr. Es ist eine Tatsache", kommentierte Mann die Entwicklung nüchtern.

Für deutsche Anleger sind diese Erkenntnisse relevant, da ähnliche Diskussionen über Mindestlohnerhöhungen auch hierzulande geführt werden. Die britischen Erfahrungen könnten als Fallstudie für mögliche Arbeitsmarkteffekte dienen.

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